Kapitel 5VORSORGE25

von einer Krankheit oder Situation betroffen sind, können viele praktische und nützliche Informationen weitergeben, wie man im tägli­chen Leben mit einer chronischen Krankheit zurechtkommt, wo man z. B. bestimmte Hilfs­mittel bekommt, welches Hilfsmittel am bes-

Die Präventivmedizin verfolgt das Ziel, Krank­heiten zu verhüten oder in einem Stadium zu erkennen, in dem noch keine Symptome aufge­treten sind und eine Behandlung besonders aus­sichtsreich ist. Zur Gesundheitsvorsorge (Prä­vention) gehören breit gefächerte Maßnahmen, die die Gesundheit fördern und Risiken für Krankheiten, Behinderungen und vorzeitigen Tod verringern sollen. So kann z. B. das Tro­ckenlegen von Sumpfgebieten in tropischen Ländern das Malariarisiko verringern. Als Vor­beugung (Prophylaxe) bezeichnet man jene Maß­nahmen, die der Einzelne gezielt ergreift, um Gesundheitsrisiken abzuwehren. In diesem Bei­spiel wäre das die Einnahme von Tabletten, mit der ein Reisender sein persönliches Malariarisi­ko minimiert.

Was vorbeugend getan werden kann, hängt stark vom Risikoprofil des Einzelnen ab, d. h. vom individuellen Risiko eines Menschen, eine Krankheit zu bekommen. Dafür spielen Fak­toren wie Alter, Geschlecht, familiäre Vorge­schichte, Lebensweise, Umwelt und soziale Um­gebung eine Rolle. Sobald jemand auf der Basis dieses Risikoprofils seine persönlichen Risiken kennt, kann er etwas unternehmen, um seine Risiken zu minimieren.

Faktoren, wie Erbanlagen und die familiäre Vorgeschichte, lassen sich zwar nicht verändern, aber sie geben wertvolle Hinweise auf das Risi­ko, an einer bestimmten Krankheit zu erkran­ken. Gibt es in einer Familie beispielsweise mehrere Diabetiker, haben die übrigen Fami­lienmitglieder ein höheres Risiko als andere Menschen, ebenfalls an Diabetes zu erkranken. Die Angehörigen sollten sich deshalb bemühen, ihre Risikofaktoren für diese Krankheit zu ver­ringern und darüber hinaus ihren Blutzucker-

Vorsorge 

ten funktioniert und wie man mit Betroffenen umgeht bzw. sie pflegt. In Diskussionsforen im Internet können sich Menschen mit einer be­stimmten Krankheit austauschen und mehr über ihre Krankheit und Hilfsmöglichkeiten er­fahren.

KAPITEL 5

spiegel regelmäßig prüfen lassen. Wenn in der Familie gehäuft Darmkrebs vorkommt oder je­mand an einer Krankheit leidet, bei der das Darmkrebsrisiko erhöht ist (z. B. Kolitis ulzero­sa), sollte er öfter eine Darmspiegelung vorneh­men lassen, als es der Durchschnittsbevölke­rung empfohlen wird . Ebenso rät man Frauen, in deren Familie Brustkrebs eine Rolle spielt, schon in jüngeren Jahren vorsorglich Mammo­graphien machen zu lassen.

Auch die Lebensweise ist für die Erstellung des Risikoprofils von Bedeutung. So spielt es eine Rolle, wie gut jemand mit Stress umgeht, denn weniger Stress bedeutet einen niedrigeren Blutdruck, wodurch wiederum das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt sinkt. Wer raucht und sich nicht regelmäßig sportlich betätigt, hat ein erheblich höheres Risiko für viele töd­liche Krankheiten – und dabei handelt es sich eindeutig um vermeidbare Faktoren. Wenn außerdem noch Herzkrankheiten in der Familie vorkommen, kann eine Beratung über die Risi­ken des Rauchens und den Nutzen von Sport angezeigt sein. Wer fettreich isst, hat unter Um­ständen ein erhöhtes Arterioskleroserisiko . In diesem Fall können eine Ernährungsberatung und häufigere Kontrollen des Cholesterinspie­gels hilfreich sein .

Umweltfaktoren (z. B. Wasserrohre aus Blei, ein gefährlicher Arbeitsplatz) können die Ge­sundheit ebenfalls beeinflussen; sie müssen bei der Erstellung des Risikoprofils berücksichtigt werden. Wer z. B. mit Asbest arbeitet, hat ein erhöhtes Risiko für Lungenkrankheiten. Des-

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