Kapitel 9PATIENTENRECHTE49

Im Krankenhaus übernimmt das die Verwaltung. Anschließend ist ein eingetragenes Bestattungs­institut zu benachrichtigen. Spätestens am nächsten Werktag muss der Todesfall beim ört­lichen Standesamt gemeldet werden, das dann die Sterbeurkunde ausstellt. In der Regel erledigt das beauftragte Bestattungsinstitut diese und alle anderen notwendigen Behördengänge und Formalitäten. Um Versicherungsansprüche gel­tend zu machen, Witwenrente zu beantragen, Zugang zu den Konten zu bekommen, beim Grundbuchamt Immobilien überschreiben zu lassen und den gesamten Nachlass zu regeln, ist die Sterbeurkunde unerlässlich. Die Hinterblie­benen sollten sich daher genügend beglaubigte Kopien ausstellen lassen.

Die Angehörigen scheuen sich meist, sich nach einer Obduktion zu erkundigen oder dieser zuzustimmen. Eine Obduktion hilft zwar dem Verstorbenen nicht, sie kann aber möglicher­weise der Familie und anderen Menschen nüt­zen, die an der gleichen Krankheit leiden, da sie neue Erkenntnisse über den Krankheitsprozess zutage fördern kann. Nach der Obduktion wird der Leichnam vom Bestattungsinstitut für die Beerdigung vorbereitet.

Jeder Kontakt mit medizinischen Einrichtungen und ihrem Personal berührt die Grundrechte ei­nes Menschen. Wer sichergehen will, dass seine Wünsche auch im Krankheitsfall und in medi­zinischen Notsituationen respektiert werden, sollte vorausschauend denken und handeln. Da­bei ist zu bedenken: Bei einer plötzlich auftre­tenden Krankheit ist man vielleicht geschwächt oder verwirrt oder aus anderen Gründen nicht mehr in der Lage, bewusst zu entscheiden; eine chronische Krankheit kann einen so mitnehmen und empfindlich machen, dass man nicht mehr klar denken oder seine Wünsche durchsetzen kann. Wer seinen Hausarzt in gesunden Zei­ten über seine persönlichen Vorstellungen infor­miert hat, kann erwarten, dass dieser im Zwei­felsfall im Sinne des Patienten Auskunft gibt. Eine Absicherung darüber hinaus sind Patien-

Patientenrechte 

Die Bestattung schon zu Lebzeiten zu planen und eventuell sogar vorzufinanzieren, kann für die Hinterbliebenen sehr hilfreich sein. Das gilt vor allem für Wünsche des Verstorbenen in Be­zug auf die Form der Bestattung (Erd-, Feuer- oder Seebestattung). Meist findet eine Trauer­feier zum Gedenken an den Verstorbenen statt, bei der Angehörige und Freunde Gelegenheit haben, Abschied zu nehmen.

Wie das Leben nach dem Tod eines geliebten Menschen weitergeht, hängt davon ab, was für eine Beziehung man zu dem Verstorbenen hat­te, wie alt der Verstorbene war, wie er gestorben ist, welche emotionale Stärke und finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Außerdem sollte die Familie das Gefühl haben, alles nur Mög­liche für den Verstorbenen getan zu haben. Ein Gespräch mit dem Arzt einige Wochen nach dem Tod kann dazu beitragen, noch offene Fragen zu klären. Der Eindruck von Einsamkeit, Orientie­rungslosigkeit und Unwirklichkeit nach dem Tod verliert sich im Laufe der Zeit, aber das Ge­fühl des Verlusts bleibt bestehen. Über den Tod kommen die Hinterbliebenen auch dann nicht »hinweg«, wenn sie einen Sinn darin gefunden haben und ihr Leben weiterleben.

KAPITEL 9

tenverfügung und Vorsorgevollmacht, in denen man seinen Willen für den Fall dokumentiert, dass man selber nicht mehr in der Lage ist, sich zu artikulieren.

Behandlungsvertrag

Zwischen einem Menschen, der sich mit dem Wunsch nach Hilfe an einen Arzt wendet, und dem Arzt, der zu erkennen gibt, dass er diese Hil­fe gewähren will, kommt ein Behandlungsver­trag zustande. Auch wenn in der Regel niemand ein Schriftstück unterschreibt und keiner von beiden ausdrücklich darüber spricht, wird still­schweigend ein Vertrag geschlossen, aus dem sich für beide Parteien Rechte und Pflichten er­geben.