Kapitel 18APOTHEKENPFLICHTIGE ARZNEIMITTEL85

gehören viele Stärkungsmittel, Pflanzenextrak­te, Kräutertees, Vitamin- und Mineralstoffpro­dukte. Hierbei kann es sich um Arzneimittel handeln, für die im Arzneimittelgesetz Ausnah­meregeln festgelegt wurden, oder es sind Le-

Apothekenpflichtige Arzneimittel können zwar ohne Rezept, aber nur in der Apotheke gekauft werden.

Mit Arzneimitteln, die nicht der Verschrei­bungspflicht unterliegen, aber nur in Apotheken erhältlich sind, lassen sich manche Beschwer­den und Störungen ohne vorherigen ärztlichen Kontakt lindern. Sie dienen der so genannten Selbstmedikation.

Diese Produkte sind im Allgemeinen gut ver­träglich und nebenwirkungsarm, dennoch soll­ten sie nur für begrenzte Zeit ohne ärztlichen Rat angewendet werden. Auch bei diesen Pro­dukten ist zu beachten, bei welchen Begleit­erkrankungen sie nicht eingenommen werden dürfen und dass es Wechselwirkungen mit an­deren Medikamenten geben kann.

pflicht befreit werden, wenn die Verträglichkeit weitgehend gewährleistet ist. Alle Arzneimittel bergen Nutzen und Risiken, und gewöhnlich nimmt man zugunsten des Nutzens ein gewis­ses Risiko in Kauf.

Verträglichkeit besteht nur bei bestimmungs­gemäßem Gebrauch eines Arzneimittels. Bei nicht verschreibungspflichtigen Präparaten hängt der bestimmungsgemäße Gebrauch häu­fig von der Eigendiagnose der Patienten ab, die natürlich fehlerhaft sein kann. So sind Kopf­schmerzen beispielsweise meist ungefährlich. Dennoch können sie – wenn auch selten – das Warnzeichen eines Hirntumors oder einer Hirn­blutung sein. Schmerzen, die als heftiges Sod­brennen erscheinen, können Vorbote eines Herz-

Zu den nicht verschreibungspflichtigen Schmerz­mitteln (Analgetika ) zählen Azetylsalizyl­säure (ASS), Parazetamol und die nichtsteroida­len Entzündungshemmer Diclofenac, Ibuprofen, Ketoprofen und Naproxen. Solche Arzneimittel senken Fieber und lindern Schmerzen. Sie sind relativ gut verträglich, wenn sie für maximal sieben bis zehn Tage eingenommen werden. Sind die Symptome dann nicht besser geworden oder verschlimmern sie sich, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Mittel bei Schmerzen, Entzün-

dungen und Fieber

Ein Arzneimittel kann nur dann von der Rezept-

Überlegungen zur Verträglichkeit

Apothekenpflichtige Arzneimittel

bensmittel, Kosmetika, Medizinprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel. Sie sind nicht zur Behandlung definierter Krankheiten vorgese­hen; dementsprechend finden sich auch keine solchen Angaben auf der Packung.

KAPITEL 18

infarkts sein. Letztlich entscheidet aber jeder Mensch für sich selbst, welche Beschwerden und Symptome geringfügig sind und wann er einen Arzt hinzuziehen will.

Wer Selbstmedikation betreibt, sollte sich bei der Wahl des geeigneten Medikaments in der Apotheke beraten lassen und vor der Verwen­dung stets die Packungsbeilage beachten. Sie hilft beim Verständnis von Nutzen und Risiko eines Mittels, aber auch beim richtigen Ge­brauch.

Wenn der Beipackzettel auch oft eine erschre­ckend lange Liste unerwünschter Wirkungen aufführt, kann man dennoch nicht davon aus­gehen, dass alles genannt ist, was sich mit dem Gebrauch des Präparats verbinden kann. So fin­det sich bei Schmerzmitteln nicht unbedingt immer der Warnhinweis, dass das Mittel Dauer­kopfschmerzen auslösen kann, wenn es für lan­ge Zeit in hoher Dosierung angewandt wird.

siehe Seite 434