Kapitel 25HERZSCHWÄCHE137

zugleichen; dies ist der Fall bei andauernden Blutungen und anhaltendem Flüssigkeitsver­lust, bei einem schweren Herzinfarkt und wenn der Schock durch etwas ausgelöst wurde, was nichts mit dem Blutvolumen zu tun hat. Dann können Arzneimittel verabreicht werden, die die Blutgefäße verengen und den Bluttransport zum Gehirn und Herzen verbessern. Allerdings sollten solche Mittel so kurz wie möglich wir­ken, da sie gleichzeitig die Blutversorgung ande­rer Körpergewebe verringern.

Beruht der Schock auf einer schwachen Pump­leistung des Herzens, muss die Leistungsfähig­keit des Herzens wieder hergestellt werden. Die Herzfrequenz und der Herzrhythmus werden normalisiert und das Blutvolumen wird bei Be­darf vergrößert. Atropin kann die Herzfrequenz beschleunigen, andere Mittel können den Herz­muskel zu Kontraktionen anregen.

War ein Herzinfarkt die Ursache und hält der Schock auch nach der Notfallbehandlung an, kann ein Ballonkatheter in die Aorta eingeführt und dort aufgepumpt werden, um die Schock-

Bei einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) pumpt das Herz nicht genügend Blut; dadurch verringert sich das Blutvolumen, das Blut staut sich in den Venen und in der Lunge, und es treten weitere Veränderungen ein, die das Herz noch mehr schwächen.

Eine Herzschwäche kann Menschen jeden Alters treffen – sogar kleine Kinder, wenn sie mit einem Herzfehler geboren wurden. Allerdings ist sie vornehmlich unter älteren Menschen ver­breitet, denn diese leiden eher unter Krank­heiten, die den Herzmuskel schädigen, und bei ihnen beeinträchtigten altersbedingte Verände­rungen die Pumpleistung des Herzens. Etwa eine von hundert Personen leidet an einer Herz­schwäche. Die Krankheit greift immer weiter um sich, da einerseits die Lebenserwartung der Menschen zunimmt, andererseits Risikofak­toren wie Rauchen, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte immer mehr Menschen betreffen.

Herzschwäche

folgen vorübergehend abzuwenden. Danach kann eine notfallmäßige Angioplastie (PTCA = perkutane transluminale koronare Angioplas­tie) oder eine Bypass-Operation nötig sein . Dadurch wird ein verschlossenes Herzkranz­gefäß frei gemacht, die PTCA kann die Pump­leistung des Herzens wieder verbessern und den Schock abwenden. Eine andere Möglichkeit ist, rasch ein Medikament zu geben, das Blutge­rinnsel auflöst. Sie kommt nicht infrage, wenn sich dadurch andere Erkrankungen wie ein blu­tendes Magengeschwür verschlimmern können oder der Patient vor kurzem einen Schlaganfall erlitten hat.

Auch bei einem Schock infolge einer defekten Herzklappe oder bei einem Riss im Septum kann eine Operation nötig sein.

Sind sehr stark geweitete Blutgefäße die Ur­sache des Schocks, wird zuerst mit Medika­menten behandelt, die die Gefäße zusammen­ziehen, dann wird die Ursache der Erweiterung behandelt. Bei einer bakteriellen Infektion wer­den z. B. Antibiotika gegeben.

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Herzschwäche bedeutet, dass das Herz nicht mehr genug leisten kann. Diese Definition ist allerdings stark vereinfacht. Der Begriff Herz­schwäche ist sehr komplex, und eine einfache Erklärung kann die vielen Ursachen, Aspekte, Krankheitsformen und Folgen nicht ausreichend beschreiben.

Das Herz hat die Aufgabe, Blut zu pumpen. Das geschieht unter zwei Gesichtspunkten: Das Herz pumpt das Blut in die Arterien, um Flüs­sigkeit in die Gewebe zu bringen, und es zieht das Blut aus den Venen wie eine Saugpumpe Wasser aus dem Keller, um dem Körper Flüs­sigkeit zu entziehen. Herzschwäche entsteht, wenn die Pumpleistung nicht mehr ausreicht. Dadurch verringert sich die Blutzufuhr in die Gewebe, und das Blut, das zum Herzen fließen soll, staut sich in den Venen. Deshalb wird eine

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