Kapitel 28ERKRANKUNGEN DER HERZKLAPPEN163

beeinträchtigt. Müdigkeit, Benommenheit und Ohnmachten treten dabei häufig auf. Wenn die Ventrikel schneller als 40-mal in der Minute schlagen, sind die Symptome weniger ernst.

Behandlung

Der Herzblock ersten Grades braucht nicht be­handelt zu werden, auch wenn er auf einer Herz­krankheit beruht. Manche Menschen mit einem Herzblock zweiten Grades bekommen einen Schrittmacher. Diesen brauchen nahezu alle Patienten, die einen Herzblock dritten Grades haben. Im Notfall kann vorübergehend ein exter­ner künstlicher Schrittmacher die Zeit überbrü­cken, bis ein ständiger Schrittmacher implantiert werden kann. Die meisten Menschen brauchen den Schrittmacher für den Rest ihres Lebens.

Unter Schenkelblock versteht man eine Form der teilweisen oder totalen Unterbrechung der elektrischen Reizerregungsleitung, die durch den rechten oder linken Tawara-Schenkel führt.

Das His-Bündel besteht aus einer Gruppe von Fasern, die die elektrischen Impulse aus dem Atrioventrikularknoten ableiten. Es teilt sich

Die Herzklappen regulieren den Blutfluss durch die beiden kleinen, runden, oben gelegenen Vor­höfe (Atria) und die beiden größeren länglichen, tiefer gelegenen Kammern (Ventrikel). In je­den Ventrikel führt eine »Einbahnstraße« mit einer Einlassklappe hinein und eine »Einbahn­straße« mit einer Auslassklappe heraus. Die Einlassklappe der rechten Kammer ist die Tri­kuspidalklappe, die sich vom rechten Vorhof in die Kammer öffnet, während sich die Auslass­klappe, die Lungen(Pulmonal-)Klappe zu den Lungenarterien hin öffnet. In der linken Kam­mer öffnet sich die Mitralklappe aus dem lin­ken Vorhof, die Auslassklappe ist die Aorten­klappe, die sich zur Aorta öffnet. Jede Klappe

Schenkelblock

Erkrankungen der Herzklappen

KAPITEL 28

in zwei Schenkel . Der linke Schenkel führt

die elektrischen Impulse zum linken Ventrikel, der rechte Schenkel führt sie zum rechten Ven­trikel. Die Leitungsbahn kann sowohl im lin­ken wie auch im rechten Schenkel unterbro­chen sein.

Ein Schenkelblock verursacht normalerweise keine Beschwerden. Der Rechtsschenkelblock ist an sich nicht gefährlich und kann bei offen­sichtlich gesunden Menschen auftreten. Jedoch kann er auch das Zeichen für eine gravierende Herzschädigung sein, etwa durch einen über­standenen Herzinfarkt.

Der Linksschenkelblock ist häufiger ernst. Bei älteren Menschen zeigt er oft Herzkrank­heiten an, die durch Bluthochdruck oder Arte­riosklerose entstehen.

Mit der Elektrokardiographie (EKG) kann ein Schenkelblock diagnostiziert werden. Jede Form eines Blockes zeigt ein für sie charakteris­tisches Muster.

Gewöhnlich braucht keine der beiden For­men behandelt zu werden. Allerdings kann ein künstlicher Schrittmacher bei Menschen im­plantiert werden, für die ein hohes Risiko für einen kompletten Herzblock besteht (beispiels­weise bei einem Herzblock zweiten Grades), um die Herzfrequenz stabil zu halten, falls ein totaler Herzblock auftritt.

besteht aus dünnen Gewebeschichten (Segel oder Blättchen), die sich öffnen und schließen wie Schwingtüren, aber immer nur in einer Richtung.

Sind die Herzklappen undicht, verursacht dieses eine Regurgitation, einen Rückfluss des Blutes. Öffnen sie sich nicht vollständig, blo­ckiert dieses teilweise den Blutfluss durch die Klappe und verursacht eine Verengung (Steno­se). Beide Probleme können die Pumpleistung

siehe Abbildung Seite 151 
siehe Seite 110 
siehe Abbildung Seite 156 
siehe Abbildung Seite 103