Kapitel 32ARTERIOSKLEROSE183

wie Lunge und Gehirn ausbreiten (metasta­sieren).

Die Symptome eines sekundären Herztumors können die gleichen sein wie die des Original­tumors und die durch Metastasen in anderen Körperbereichen. Metastasen von Lungen- und Brustkrebs können sich direkt am Herzen an­siedeln, oft im Herzbeutel; dabei wird das Herz eingeengt, weil sich Blut und Flüssigkeit im Herzbeutel ansammeln. Die Krebsmetastasen können sich auf den Herzmuskel und die Herz­kammern ausbreiten; diese Metastasen verur­sachen Symptome von Herzschwäche.

Bei der Arteriosklerose lagert sich in den Wänden mittelgroßer und großer Arterien fett­haltige Substanz (Atherome, arterioskleroti­sche Plaques) ab, die den Blutfluss behindert und blockiert.

Die Krankheiten, die infolge einer Arterio­sklerose auftreten, stellen in den meisten west­lichen Ländern die häufigsten Todesursachen dar. In Deutschland starben im Jahr 2001 fast 392 000 Menschen an Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems, das ist nahezu die Hälfte aller Todesfälle. Im Vergleich dazu starb etwa ein Viertel an Krebs; im Jahr 2002 gab es 6 842 Verkehrstote. Herzinfarkte als Folge der koro­naren Herzkrankheit (Sklerose der Arterien, die das Herz mit Blut versorgen) und Schlag­anfälle (Arteriosklerose der Arterien zum Ge­hirn) sind für fast 13 Prozent der Todesfälle ver­antwortlich.

Arteriosklerose – ein Sammelbegriff für un­terschiedliche Erkrankungen, bei denen die Ar­terienwände dicker werden und an Elastizität verlieren – kann die mittleren und großen Ar­terien in Gehirn, Herz, Nieren, anderen lebens­wichtigen Organen und den Beinen betreffen.

Es gibt zwei hauptsächliche Theorien über die Entstehung der Arteriosklerose. Ein hoher Cholesterinspiegel im Blut schädigt die Innen­wände der Arterien, und es kommt zu Entzün­dungsreaktionen. Als Folge lagern sich an die-

Arteriosklerose

KAPITEL 32

Diagnose und Behandlung

Bösartige Herztumoren werden mit den gleichen Untersuchungsverfahren diagnostiziert wie gut­artige. Bei sekundären Tumoren wird nach dem Originaltumor gesucht.

Da bösartige Herztumoren fast immer un­heilbar sind, zielt die Behandlung darauf, die Beschwerden zu mindern. Je nach der Art des Tumors wird Strahlentherapie oder Chemo­therapie angewendet.

sen Stellen Cholesterin und andere fetthaltige Substanzen ab. Die andere Theorie besagt, dass die Arterienwände durch Reaktionen des Im­munsystems oder Einwirkung von Schadstoffen geschädigt werden. In beiden Fällen treten Ver­änderungen auf, die die Bildung von Atheromen fördern. Vermutlich haben beide Theorien ihre Berechtigung; sie schließen sich jedenfalls nicht gegenseitig aus.

Die Arteriosklerose steht auch im Verdacht, Entzündungen zu begünstigen, da bestimmte weiße Blutkörperchen – Lymphozyten, Mono­zyten und Makrophagen – überall zu finden sind, wo sich eine Arteriosklerose entwickelt hat. Diese Zellen treten gewöhnlich nur in ent­zündeten Bereichen gehäuft auf. Eine Arterio­sklerose beginnt, wenn Monozyten aktiviert werden und aus dem Blut in eine Arterienwand eindringen. Dort verwandeln sie sich in Schaum­zellen, an denen sich Cholesterin und andere Fettstoffe sammeln. Mit der Zeit wachsen diese mit Fett angereicherten Schaumzellen an. Sie formieren sich zu Ablagerungen (Atheromen) an der Innenseite der Arterienwände und führen dort zu Verdickungen.

Möglicherweise spielen bei der Entstehung einer Arteriosklerose auch Infektionen eine

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siehe Abbildung Seite 486