Kapitel 34ERKRANKUNGEN DER PERIPHEREN ARTERIEN203

Üblicherweise sollen Herzinfarktpatienten täglich 100 Milligramm Azetylsalizylsäure ein­nehmen. Der Wirkstoff verringert die Neigung der Blutplättchen, sich zusammenzuballen. Das kann das Risiko eines weiteren Herzin­farkts senken. Alternativ kann auf Clopidogrel oder Ticlopidin ausgewichen werden. Meist erhalten die Betroffenen auch einen Betablo­cker, wie Atenolol, Metoprolol oder Propran­olol. Je schwerer der Herzinfarkt war, desto grö­ßer ist der Vorsorgenutzen des Betablockers. Allerdings vertragen manche Patienten diese Medikamente nicht, und sie wirken nicht bei jedem.

Medikamente, die die Blutfettwerte senken, können das Sterblichkeitsrisiko nach einem Herzinfarkt senken.

ACE-Hemmer, wie Captopril, Enalapril, Lisi­nopril und Ramipril, werden nach einem Herz-

die Blutversorgung in den Arterien des Rump­fes, der Arme und der Beine vermindert.

Erkrankungen der peripheren Blutgefäße be­schreiben vornehmlich Durchblutungsstörun­gen in den Arterien der Beine, die auf Arterio­sklerose beruhen. Sie können jedoch auch andere Arterien betreffen und auf anderen Ursachen beruhen. Erkrankungen der Arterien, die das Gehirn versorgen, heißen zerebrovaskuläre Er­krankungen.

Erkrankungen der peripheren Blutgefäße wer­den unterteilt in Verschlusskrankheiten und arterielle Durchblutungsstörungen. Die Ver­schlusskrankheit beruht auf verengten oder verschlossenen Arterien. Bei arteriellen Durch­blutungsstörungen sind die Arterien plötzlich und vorübergehend verengt (Spasmus) oder – seltener – erweitert (Vasodilatation).

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) tritt vornehmlich bei älteren Menschen auf, da sie oft auf Arteriosklerose beruht. Die Erkrankung tritt vor allem bei Personen auf, die regelmäßig geraucht haben und bei Menschen mit Diabetes .

PAVK kommt auch häufig bei Personen vor, in deren Familie Arteriosklerose, Bluthoch­druck, erhöhte Cholesterinwerte und erhöhte Homozysteinspiegel auftreten; ähnlich häufig sind übergewichtige Menschen betroffen und solche, die körperlich wenig aktiv sind. Jeder einzelne dieser Faktoren fördert die Entwick­lung der Verschlusskrankheit und trägt zur Ver­schlimmerung bei.

Eine allmähliche Verengung und ein plötzli­cher Verschluss können die periphere arterielle

Verschlusskrankheit

Periphere arterielle

Bei Erkrankungen der peripheren Blutgefäße ist

Erkrankungen der peripheren

Arterien

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infarkt häufig angewendet. Sie helfen das Sterb­lichkeitsrisiko zu senken und beugen der Ent­wicklung von Herzschwäche vor, vor allem bei Menschen mit einem schweren Herzinfarkt und solchen, die bereits an Herzschwäche leiden.

Rehabilitation

Die Rehabilitation nach dem Herzinfarkt ist ein wichtiger Teil der Genesung und beginnt be­reits im Krankenhaus. Wenn nichts dagegen spricht, können Menschen nach einem Herz­infarkt gewöhnlich schon am ersten Tag zeit­weilig auf einem Stuhl sitzen, Krankengym­nastik machen, einen Krankenstuhl benutzen und lesen. Vom zweiten oder dritten Tag an sollten sie selbstständig die Toilette aufsuchen und wenig anstrengende Tätigkeiten verrich­ten; diese sollten sich von Tag zu Tag ein wenig steigern.

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