Kapitel 44ASTHMA BRONCHIALE257

meist intravenös gegeben, später wird auf Mit­tel zum Einnehmen umgestellt. Die antibioti­sche Behandlung muss fortgesetzt werden, bis die Symptome verschwunden sind und eine Röntgenaufnahme zeigt, dass kein Abszess mehr vorliegt. Meist dauert das mehrere Wochen oder gar Monate. Die Drainagelagerung kann einge­setzt werden, um den Abszess abzuleiten. Eine Bronchoskopie wird gemacht, wenn als Ursache des Atemwegverschlusses eine Ver­engung durch einen Tumor oder einen Fremd­körper vermutet wird. Mittels einer Broncho-

Bei Asthma bronchiale sind die Atemwege meist vorübergehend als Reaktion auf be­stimmte Reize verengt.

Asthma betrifft rund sechs Millionen Men­schen in der Bundesrepublik Deutschland, und es nimmt an Häufigkeit zu. Etwa jeder 20. Er­wachsene und jedes zehnte Kind leiden daran. Offenbar nimmt auch der Schweregrad des Asthmas zu, was sich in wachsenden Einwei­sungszahlen von Asthmapatienten ins Kran­kenhaus ausdrückt. Die Krankheit nimmt ge­wöhnlich bereits in der Kindheit ihren Anfang, auch wenn manche Erwachsene teilweise erst in fortgeschrittenem Alter Asthma entwickeln. Asthma kann bei Kindern die Entwicklung und das Wachstum beeinträchtigen .

Die Ursache für die Zunahme von Asthma bei Kindern ist ungeklärt. Zwei Erklärungsversu­che dafür sind: Der verbreitete Einsatz von An­tibiotika und Impfstoffen steigert die Aktivität der Lymphozyten, einer Gruppe von weißen Blutzellen. Nun bekämpfen sie nicht nur Infek­tionen, sondern schütten auch biochemische Stoffe aus, die zu allergischen Reaktionen füh­ren. Die zweite Theorie geht davon aus, dass Kinder mehr Zeit als früher zu Hause verbrin­gen, wo sie ihr Immunsystem weniger »trainie­ren«. Draußen sind sie dann vermehrt allergie­auslösenden Stoffen ausgesetzt.

Das wichtigste Charakteristikum bei Asthma ist die Verengung der Atemwege. Die Bronchien

Asthma bronchiale

skopie werden auch Fremdkörper entfernt und ein Lungenabszess abgeleitet, der auf Antibio­tika nicht anspricht.

Etwa fünf Prozent der Personen mit Lungen­abszess brauchen eine zusätzliche Behandlung. Gelegentlich ist eine Drainage durch einen Schlauch erforderlich, der durch die Brustwand in den Abszess geführt wird. Häufig muss infi­ziertes Lungengewebe, manchmal auch ein gan­zer Lungenlappen oder Lungenflügel operativ entfernt werden.

KAPITEL 44

sind muskulöse Geweberöhren. Auf den Zel-

len, mit denen sie innen ausgekleidet sind, sitzen winzige Strukturen, die so genannten Re­zeptoren. Unterschieden werden drei Haupt­typen: beta-adrenerge, cholinerge und peptider­ge. Diese Rezeptoren reagieren auf spezielle Botenstoffe und regen die Muskeln an, sich zu­sammenzuziehen oder zu entspannen; auf diese Weise wird die Luftzufuhr reguliert. Beta-adre­nerge Rezeptoren sprechen auf Wirkstoffe wie Adrenalin an; durch sie entspannt sich die Mus­kulatur, die Atemwege erweitern (dilatieren) sich und die Luftzufuhr nimmt zu. Cholinerge Rezeptoren werden durch Wirkstoffe wie Aze­tylcholin beeinflusst. Durch sie zieht sich die Muskulatur zusammen und vermindert die Luftversorgung. Peptiderge Rezeptoren spre­chen auf Neurokinine (Tachykinine) an, die ebenfalls eine Kontraktion der Atemwegmus­kulatur bewirken.

Ursachen

Häufig verkrampft sich die Atemwegmuskula­tur, weil die cholinergen und peptidergen Re­zeptoren überempfindlich sind. Als Auslöser dieser Verkrampfungen werden speziell die so genannten Mastzellen verdächtigt. Innerhalb der Bronchien schütten Mastzellen Histamine

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