Krafteinwirkung und zahlreiche Erkrankungen können die Elemente des Bewegungsapparats schädigen und unterschiedliche Symptome und Beschwerden verursachen. Zur Diagnose ste­hen verschiedene Methoden zur Verfügung.

Schmerz

Schmerz ist das Hauptsymptom der meisten Er­krankungen des Bewegungsapparats. Er kann leicht oder stark sein, diffus oder auf eine Stelle konzentriert – abhängig davon, welcher Bereich betroffen ist. Meist schmerzt es nur kurz; chro­nische Krankheiten wie Arthrose können je­doch dauerhaft Schmerzen bereiten.

Knochenschmerzen sind meist tiefe, durch­dringende, dumpfe Schmerzen, die gewöhnlich aus einer Verletzung resultieren. Andere Ursa­chen für Knochenschmerzen können Infektio­nen und Tumoren sein.

Muskelschmerzen sind meist weniger inten­siv als solche der Knochen, aber sehr unange­nehm. Ein Muskelkrampf (Spasmus) in der Wade verursacht einen lange anhaltenden Schmerz. Muskelschmerzen können auf einer Verletzung, einer Autoimmunreaktion , mangelnder Blut­versorgung, Infektion und Eindringen eines Tu­mors beruhen.

Nahezu alle Störungen im Gelenk bereiten ei­nen scharfen, starken Schmerz. Um die Ursache zu ermitteln, müssen die anderen Symptome be­rücksichtigt und Laboruntersuchungen durch­geführt werden. Bei der Lyme-Borreliose z. B. gehen die Gelenkschmerzen mit Hautausschlag einher, und im Blut finden sich Antikörper ge­gen die verursachenden Bakterien. Bei Gicht tre­ten plötzlich Schmerzen im Großzehengrund­gelenk auf, und das Blut enthält ungewöhnlich viel Harnsäure.

Manchmal schmerzen auch die Sehnen der Handfläche; diese Erkrankung nennt man »schnappender Finger« oder Trigger-Finger.

Entzündungen

Ist das Gewebe entzündet, kommt es zu Schwel­lungen, Erwärmung, Steifheit, Schmerzen und Funktionsstörungen. Ist ein großer Bereich ent­zündet, kann leichtes Fieber auftreten. Gelenke

Symptome

KAPITEL 59

Symptome und Diagnose

reagieren häufig mit Entzündungen, z. B. bei Infektionen und Autoimmunerkrankungen. Rheumatoide Arthritis ist eine der vielen Auto­immunerkrankungen, die Gelenkentzündungen verursachen. Die Schwellung des Gelenks be­ruht meist auf einer Flüssigkeitsansammlung im Inneren. Dadurch wird die Beweglichkeit eingeschränkt; das Gelenk kann seine Funktion nicht mehr erfüllen.

Eine Muskelentzündung (Myositis) kann durch viele Krankheiten entstehen, auch durch Virusinfektionen. Sie führt zu Schmerzen und Steifheit, Schwellungen, Erwärmung und Funk­tionsverlust durch geschwächte Muskeln.

Muskelschwäche

Eine Muskelschwäche, bei der sich der Muskel nicht zusammenziehen kann, kann bei Störun­gen in jedem Teil des Bewegungsapparats auf­treten. Sie kann auch darauf beruhen, dass der zugehörige Nerv den Muskel nicht mehr aus­reichend stimuliert und die Muskelkontraktio­nen schwach sind. Ist ein Gelenk versteift oder anderweitig in seiner Funktion eingeschränkt, kann der Muskel die Bewegung möglicherweise nicht auslösen. Auch Schmerzen durch eine Entzündung verhindern die normale Muskel­bewegung. Die Muskelschwäche kann auf ein Gelenk oder eine Gliedmaße beschränkt sein, z. B. wenn ein bestimmter Nerv, ein Gelenk oder ein Muskel erkrankt ist. Sie kann aber auch im ganzen Körper auftreten, z. B. bei neuro­logischen oder allgemeinen muskulären Er­krankungen. Eine vorübergehende Einschrän­kung der Muskelkraft kann auf Schmerzen in Muskeln, Sehnen, Knochen und Gelenken be­ruhen.

Muskelschwäche ist ein weit verbreitetes Symptom bei Muskelverletzungen und -erkran­kungen. Sie kann aber auch durch Krankheiten, die den ganzen Körper betreffen, ausgelöst wer­den. Viele Menschen klagen, sie seien schwach, wenn sie erschöpft und ausgelaugt sind. Das ist jedoch etwas anderes als eine echte Mus­kelschwäche. Hier erbringt die volle Anstren­gung nicht mehr die normale Leistung. Die Ur­sache dafür kann im Muskel selbst liegen, wie

siehe Seite 1070 
siehe Seite 377