Bei Frauen nimmt die Knochendichte bis zum 30. Lebensjahr zu. In diesem Alter sind die Knochen am stärksten. Danach nimmt die Knochendichte langsam wieder ab. Dieser Prozess beschleunigt sich nach den Wechseljahren.

Verlust der Knochendichte 

bei Frauen

Osteoporose ist eine fortschreitende Erkran­kung, bei der sich die Knochendichte verringert. Dadurch bedingt steigt die Anfälligkeit für Knochenbrüche.

Knochen enthalten Mineralien wie Kalzium und Phosphor, die für ihre Dichte und Härte sorgen. Um die Knochendichte aufrechtzuerhal­ten, braucht der Körper genügend Kalzium und andere Mineralien, und er muss Hormone wie Parathormon, Wachstumshormon, Kalzitonin, Östrogen und Testosteron produzieren. Vita­min D ist nötig, um Kalzium aus der Nahrung aufzunehmen und in die Knochen einzulagern. Der Körper versorgt sich damit aus der Nahrung und produziert es bei Sonnenbestrahlung in der Haut.

Damit sich die Knochen an die wechseln­den Anforderungen anpassen können, werden sie ständig ab- und aufgebaut oder umgebaut. Während dieses Vorgangs lösen sich kontinuier­lich kleine Bereiche des Knochens auf und wer­den durch neues Knochengewebe ersetzt. Der Umbauprozess verändert Form und Dichte der Knochen. Bei jungen Menschen wachsen die Knochen entsprechend dem Körperwachstum in die Breite und Länge. Bei Erwachsenen kön­nen die Knochen dicker werden, aber nicht mehr länger.

Da bei jungen Erwachsenen mehr Knochen­substanz gebildet als abgebaut wird, verdichten sich die Knochen bis zum 30. Lebensjahr; zu diesem Zeitpunkt sind sie am stärksten. Da­nach wird mehr Knochen ab- als aufgebaut und die Knochendichte lässt nach. Wenn der Körper nicht für einen ausreichenden Knochenaufbau sorgen kann, verringert sich die Knochendichte und die Anfälligkeit für Brüche erhöht sich. Es kommt zu Osteoporose.

Arten der Osteoporose

Es gibt vornehmlich zwei Arten von Osteopo­rose: Die primäre Osteoporose tritt spontan auf, sekundäre Osteoporose wird von einer anderen Erkrankung verursacht; sie macht nur einen geringen Anteil der Erkrankungen aus. Erkran­kungen, die eine Osteoporose verursachen kön­nen, sind chronisches Nierenversagen und Hormonstörungen (vor allem Cushing-Syndrom, Nebenschilddrüsenüberfunktion, Schilddrüsen-

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Osteoporose 

überfunktion, Unterfunktion der Keimdrüsen und Diabetes mellitus). Auch Kortisone, Barbiturate und krampflösende Mittel können eine sekundäre Osteoporose verursachen. Star­ker Alkohol- und Zigarettenkonsum kann eine Osteoporose zwar verschlimmern, ist aber nicht die Ursache.

Primäre Osteoporose wird in drei Formen unterteilt: klimakterische Osteoporose, Alters­osteoporose und idiopathische Osteoporose. Die meisten älteren Frauen, die von Osteoporose betroffen sind, haben eine Mischung aus kli­makterischer und Altersosteoporose.

Klimakterische Osteoporose: Diese Form (auch Typ I genannt) steht im Zusammenhang mit der nach den Wechseljahren abnehmenden Östro­genproduktion. Östrogen ist bei Frauen an der Einbettung von Kalzium in den Knochen betei­ligt. (Typ-I-Osteoporose tritt auch bei Kastraten, Männern mit niedrigem Testosteronspiegel und älteren Männern auf; bei Frauen ist diese Form

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