Kapitel 62KNOCHENBRÜCHE329

eingeklemmten Nerv zu befreien oder ein ar­throtisches Gelenk zu ersetzen.

Die Bisphosphonate Etidronsäure und Pami­dronsäure bzw. ihre jeweiligen Salze können die Erkrankung verlangsamen. Pamidronat wird intravenös verabreicht, Etidronat in Tabletten­form gegeben.

Kalzitonin wird gelegentlich unter die Haut in den Muskel gespritzt. Es ist weniger wirksam als die Bisphosphonate und wird nur eingesetzt,

Einen Bruch des Knochens, bei dem meist auch das umliegende Gewebe verletzt wird, nennt man Fraktur.

Die Schwere, Größe und Behandlung von Kno­chenbrüchen können stark variieren. Die Band­breite reicht von kleinen, leicht zu übersehen­den Rissen in einem Handknochen bis zum schweren, lebensbedrohenden Bruch des Be­ckens. Schwerwiegende Verletzungen an Haut, Nerven, Blutgefäßen, Muskeln und Organen können Begleiterscheinungen sein und die Be­handlung des Bruchs komplizieren.

Meistens ist ein Trauma die Ursache für den Bruch. Wenn eine geringe Kraft wirkt, wie bei einem Sturz auf geradem Untergrund, entstehen gewöhnlich kleinere Brüche; wirkt eine große Kraft, wie bei einem Autounfall oder einem Sturz von einem Gebäude, sind meist mehrere schwere Knochenbrüche die Folge.

Bestimmte Infektionen, gutartige Knochen­tumoren, Krebs und Osteoporose schwächen Teile des Skeletts, sodass es für Brüche anfäl­liger wird.

Symptome und Komplikationen

Schmerz ist das Hauptsymptom bei einem Knochenbruch. Das Gewebe um die Bruchstelle ist berührungsempfindlich und schwillt inner­halb weniger Stunden an. Die Funktion des be­troffenen Körperteils ist eingeschränkt, sodass es sehr schmerzen kann, den Arm zu bewegen, das Bein zu belasten oder nach etwas zu greifen. Bei Menschen, die nicht sprechen können ist

Knochenbrüche 

wenn die anderen Wirkstoffe nicht verabreicht werden können.

Bettruhe sollte vermieden werden, damit es nicht zur Hyperkalzämie kommt. Tritt sie den­noch auf, werden intravenös Flüssigkeit und harntreibende Mittel wie Furosemid gegeben.

Die ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vit­amin D sollte unbedingt gewährleistet sein, da­mit beim raschen Knochenumbau genug Kalzi­um in den Knochen eingelagert werden kann.

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die Weigerung, die entsprechenden Gliedmaßen zu bewegen, oft der einzige Hinweis auf einen Knochenbruch. Patienten mit Spontanfrakturen leiden oft schon Wochen vor dem eigentlichen Knochenbruch unter ständig zunehmenden Schmerzen.

Bei einer geschlossenen Fraktur, bei der die Haut nicht verletzt ist, blutet es unter die Haut. Diese Blutung kann vom Knochen oder dem umliegenden Gewebe ausgehen. Nach und nach steigt das Blut bis zur Hautoberfläche, wo sich dann ein Bluterguss zeigt. Dieser kann ziem­lich weit vom Knochenbruch entfernt sein und es dauert einige Wochen, bis er komplett ver­schwunden ist. In dieser Zeit schmerzt das um­liegende Gewebe häufig und ist steif. Bei Schul­terbrüchen z. B. kann sich ein Bluterguss in den gesamten Arm ausdehnen und Ellenbogen und Handgelenk anschwellen lassen. Bei hüftgelenk­nahen Brüchen blutet es oft so stark ins um­liegende Gewebe, dass der Blutdruck absinkt.

Nachdem ein Knochenbruch geheilt ist und der Knochen wieder belastet werden darf, ist gewöhnlich seine volle Funktionsfähigkeit noch nicht wiederhergestellt. Ein gebrochenes Hand­gelenk ist nach zwei Monaten meist stark ge­nug, um es gebrauchen zu können, aber der Knochenaufbau ist noch nicht abgeschlossen, und festes Zupacken kann noch bis zu einem Jahr Schmerzen verursachen. Manche Patien­ten spüren bei feuchtem, kaltem oder stürmi-

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