Etliche Bindegewebeerkrankungen verursachen starke Gelenkentzündungen. Dazu gehören rheumatoide Arthritis, Reiter-Syndrom (reak­tive Arthritis), Psoriasis-Arthropathie und die Bechterew-Krankheit.

Rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, bei der die Gelenke – da­runter meist Hand- und Fußgelenke – entzün­det sind. Dadurch entstehen Schwellungen und Schmerzen, häufig gefolgt von der Zerstörung des Gelenks.

Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer an rheumatoider Arthritis. Die Krankheit kann in jedem Lebensalter auftreten, beginnt aber meist zwischen dem 25. und 50. Lebensjahr. Bei Kindern nennt man sie juvenile rheumatoide Arthritis . Symptome und Prognose unter­scheiden sich von der Erkrankung bei Erwach­senen.

Man geht davon aus, dass die Ursache eine Autoimmunerkrankung ist, bei der das Im­munsystem das Gewebe, das die Gelenke aus­kleidet, oder Bindegewebe an anderen Stellen des Körpers, wie in den Blutgefäßen und der Lunge, angreift. Schließlich sind Knorpel, Kno­chen und Bänder so geschädigt, dass das Gelenk deformiert und instabil wird. In welchem Maß sich der Gelenkzustand verschlimmert, kann sehr unterschiedlich sein und wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst, darunter auch der erblichen Veranlagung.

Symptome

Bei einer leichten rheumatoiden Arthritis gibt es gelegentliche Entzündungen und lange be­schwerdefreie Zeiträume. Die Erkrankung kann aber auch ständig fortschreiten, und zwar lang­sam oder sehr schnell. Rheumatoide Arthritis kann sehr plötzlich auftreten, wobei mehrere Gelenke gleichzeitig entzündet sind. Häufig jedoch beginnt sie schleichend und zieht mit der Zeit verschiedene Gelenke in Mitleiden­schaft. Die Entzündung ist gewöhnlich symme-

Rheumatoide Arthritis

entzündliche Gelenkerkrankungen

KAPITEL67

Rheumatoide Arthritis und andere

trisch: Ist ein Gelenk auf der linken Körperseite entzündet, dann auch das entsprechende Gelenk auf der rechten Seite. Typisch ist, dass zuerst die kleinen Gelenke der Finger, Zehen, Hände, Füße, Ellenbogen, der Hand- und Sprunggelen­ke entzündet sind. Die betroffenen Gelenke schmerzen gewöhnlich und sind oft steif, beson­ders nach dem Aufstehen oder einer längeren Ruhephase. Manche Patienten fühlen sich müde und schwach, besonders am Nachmittag. Rheu­matoide Arthritis kann leichtes Fieber hervor­rufen.

Die entzündeten Gelenke vergrößern sich und können sich rasch verformen. Möglicherweise versteifen sie in einer Stellung, in der sie nicht mehr gebeugt und gestreckt werden können. Die Finger krümmen sich zum kleinen Finger hin, wodurch die Fingersehnen verrutschen.

Geschwollene Handgelenke können zu einem Karpaltunnelsyndrom führen. Unter betroffe­nen Knien können sich Zysten bilden, die plat­zen und Schmerzen und Schwellungen im Un­terschenkel auslösen. Recht viele der Patienten mit rheumatoider Arthritis haben harte Knoten (Noduli) unter der Haut, meist in einem Bereich, auf den Druck ausgeübt wird (z. B. am Unter­arm, nahe dem Ellenbogen).

Selten verursacht rheumatoide Arthritis eine Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis ); dabei kann es zu Nervenschädigungen und Geschwü­ren im Bein kommen. Eine Entzündung des Brustfells und des Herzbeutels sowie eine Lun­genentzündung mit Narbenbildung können zu Schmerzen in der Brust und Kurzatmigkeit füh­ren. Manche Patienten bekommen eine Lymph­knotenschwellung, das Sjögren-Syndrom oder eine Augenentzündung.

Diagnose

Neben dem charakteristischen Bild der Sym­ptome dienen zur Diagnose Laboruntersuchun­gen, Gelenkpunktion, Untersuchung der Ge­lenkflüssigkeit und möglicherweise sogar die

siehe Seite 1593 
siehe Seite 1070 
siehe Seite 379 
siehe Seite 367 
siehe Seite 363