Kapitel 71ERKRANKUNGEN DER HÄNDE375

Ursachen und Symptome
Diagnose

Die Diagnose wird gestellt, nachdem ein ent­zündetes Gelenk punktiert und die Gelenkflüs­sigkeit untersucht wurde. Die Kristalle sind in

Die Hände können z. B. von Ganglia, Fehlbildun­gen, Erkrankungen der Nerven und Blutgefäße, Verletzungen und Infektionen betroffen sein. Brüche, Arthrose, Sehnen- und Sehnenscheiden­entzündungen, de-Quervain-Krankheit, Ray­naud-Syndrom, Trommelschlägelfinger und Geburtsfehler werden in anderen Kapiteln be­handelt.

Ganglia sind gallertige Knoten (Zysten) an Händen und Handgelenken.

Ganglia

Erkrankungen der Hände

KAPITEL 71

der Gelenkflüssigkeit nachweisbar. Auch Rönt­genbilder können hilfreich sein, weil die Kal­ziumpyrophosphatkristalle im Gegensatz zu Harnsäurekristallen als weiße Ablagerungen auf den Bildern zu sehen sind.

Die Ursache der Pseudogicht ist unbekannt. Sie kann – wenn auch nicht sehr häufig – bei Men­schen auftreten, die unter anderen Krankhei­ten leiden; z. B. unter einer Nebenschilddrüsen­überfunktion, bei der der Kalziumspiegel enorm ansteigt, oder die eine Hämochromatose haben mit zu viel Eisen im Gewebe oder die zu wenig Magnesium im Blut haben. Pseudogicht kann vererbt werden.

Die Symptome sind sehr unterschiedlich. Manche Menschen leiden unter Schüben schmerzhafter Gelenkentzündungen, meist in Knien, Handgelenken und anderen relativ gro­ßen Gelenken. Bei anderen schmerzen die Ge­lenke in Armen und Beinen und sind steif, was leicht mit rheumatoider Arthritis verwechselt werden kann. Akute Anfälle sind gewöhnlich nicht so schwer wie bei Gicht, können aber auch von Fieber begleitet sein. Manche Menschen haben zwischen den Anfällen keine Schmerzen, andere spüren trotz größerer Kristallablagerun­gen gar nichts. Bei Pseudogicht treten keine Knoten (Tophi) auf.

Prognose und Behandlung

Manchmal heilen die entzündeten Gelenke ohne Folgeschäden ab, aber bei vielen Menschen kann es zu Dauerschäden kommen. Manche Gelenke werden so stark zerstört, dass sie ei­nem Charcot-Gelenk ähneln.

Die Behandlung kann zwar gewöhnlich akute Anfälle bekämpfen und neue verhindern, hält aber die Schädigung des betroffenen Gelenks nicht auf. Meist werden nichtsteroidale Ent­zündungshemmer , wie Ibuprofen, eingesetzt, um die Schmerzen zu lindern und die Entzün­dung zu bekämpfen. Die Anfälle können durch Kolchizin gestoppt werden; danach wird täg­lich eine niedrige Dosis eingenommen, um wei­tere Anfälle zu verhindern. Manchmal wird überschüssige Gelenkflüssigkeit abgesaugt und Kortison ins Gelenk gespritzt, um die Entzün­dung einzudämmen. Eine wirksame Langzeit­therapie, mit der die Kristalle entfernt werden können, gibt es nicht. Physiotherapie zur Mus­kelkräftigung und Erhaltung der Gelenkbeweg­lichkeit kann helfen.

Ganglia treten gewöhnlich zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf. Frauen sind dreimal so häufig betroffen wie Männer. Meist entste­hen Ganglia an der Rückseite des Handgelenks, manchmal auch auf der Vorderseite oder an der Rückseite der Finger, wenige Millimeter hinter der Nagelhaut.

Warum sie am Handgelenk auftreten, ist unbekannt; möglicherweise ist eine vorherige Verletzung die Ursache. An der Rückseite der

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siehe Seiten 434  und 435