Kapitel 73ERKRANKUNGEN DER MUSKELN, SEHNEN UND SCHLEIMBEUTEL395

Symptome und Diagnose

Knochen, Muskeln, Sehnen und Schleimbeutel müssen gesund und funktionsfähig sein, damit sich der Körper normal bewegen kann. Bewe­gung entsteht, wenn sich Muskeln zusammen­ziehen. Die Muskeln sind durch Sehnen mit dem Knochen verbunden. Schleimbeutel sind mit Flüssigkeit gefüllte Polster, die überall dort die Reibung verringern, wo Haut, Mus­keln, Sehnen und Bänder über die Knochen gleiten.

Häufig werden Muskeln, Sehnen und Schleim­beutel beim Sport verletzt. Solche Verletzun­gen, Überbelastung, Infektionen und bestimm­te Erkrankungen können Knochen, Muskeln, Sehnen und Schleimbeutel vorübergehend oder dauerhaft schädigen. Eine solche Schädigung kann zu Schmerzen, teilweisem Verlust der Kör-

Erkrankungen der Muskeln, Sehnen

und Schleimbeutel

KAPITEL 74

spiegel zu bestimmen. Meist prüft der Arzt auch die Schilddrüsenfunktion und führt wei­tere Tests durch, um andere Ursachen für einen auffälligen Kaliumspiegel auszuschließen.

Vorbeugung und Behandlung

Nach einem körperlich anstrengenden Tag wachen die Betroffenen am nächsten Morgen mit einem Schwächegefühl in bestimmten Muskelgruppen oder in Armen und Beinen auf. Die Schwäche dauert meist ein bis zwei Tage an. Bei der Form mit zu viel Kalium im Blut treten die Attacken oft im Alter von etwa zehn Jahren erstmals auf und dauern 30 Minuten bis vier Stunden. Die Form mit zu wenig Ka­lium im Blut zeigt sich gewöhnlich bei jungen Erwachsenen, und zwar spätestens bis zum 30. Lebensjahr. Die Attacken halten länger an und sind heftiger. Manche Menschen, die an der Form mit zu wenig Kalium leiden, neigen am Tag nach einer kohlehydratreichen Mahlzeit zu Lähmungsattacken, aber auch Fasten kann die Attacken herbeiführen.

Am aufschlussreichsten ist es für den Arzt, wenn der Betroffene die Lähmungsanfälle genau beschreibt. Sofern möglich, nimmt der Arzt während einer Attacke Blut ab, um den Kalium-

Azetazolamid, ein Mittel, das den Säuregrad des Blutes beeinflusst, kann Attacken verhindern, die durch einen zu hohen oder zu niedrigen Kaliumspiegel verursacht werden. Fällt der Ka­liumspiegel bei den Attacken ab, können die Betroffenen eine ungezuckerte Kaliumlösung zu sich nehmen, während die Attacke anhält. Meist bessern sich die Symptome daraufhin in­nerhalb einer Stunde erheblich.

Kohlenhydratreiche Mahlzeiten und anstren­gende körperliche Tätigkeiten sollten diejeni­gen vermeiden, die an der Form mit zu wenig Kalium leiden. Bei der Form mit zu viel Kalium im Blut kann man Attacken vorbeugen, indem man regelmäßig kohlenhydratreiche und ka­liumarme Mahlzeiten einnimmt.

perkontrolle und zur Einschränkung der nor­malen Bewegungsabläufe führen.

Krämpfe sind bei gesunden Menschen nicht un­gewöhnlich, vor allem nach anstrengender kör­perlicher Betätigung. Bei älteren Menschen können Krämpfe auch nach leichter Betätigung oder in Ruhephasen auftreten. Manche Men­schen haben nachts im Schlaf Wadenkrämpfe, die meist sehr schmerzhaft sind. Davon sind Waden- und Fußmuskulatur betroffen.

Krämpfe können auf einer unzureichenden Durchblutung der Muskeln beruhen; beispiels-

Muskelkrämpfe

Ein Muskelkrampf ist die plötzlich einsetzen­de, kurze und meist schmerzhafte Anspannung eines Muskels oder einer Muskelgruppe.

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