Kapitel 79KOPFSCHMERZEN439

Kribbeln, ohne dass die Muskelspannung zu­nimmt. Die Methode kann kontinuierlich oder mehrmals am Tag zwanzig Minuten bis mehrere Stunden durchgeführt werden. Zeitpunkt und Länge der Stimulation variieren, weil jeder Mensch anders reagiert. Die meisten Betroffenen lernen, das Gerät selbst zu bedienen und setzen es bei Bedarf ein. TENS kann bei chronischen Schmerzen eine wertvolle Hilfe sein.

Bei der Akupunktur werden an bestimmten Punkten dünne Nadeln in die Haut eingesto­chen . Auf welche Weise Akupunktur wirkt, ist noch nicht sicher bekannt. Die Wirksamkeit dieser Methode ist nur für einige Indikationen

Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten ge­sundheitlichen Beschwerden. Sie können so be­lastend sein, dass sie Berufsleben und Alltag beeinträchtigen.

Ursachen

Kopfschmerzen können belastend und quälend sein, sind aber meist kein Zeichen für einen bedenklichen Gesundheitszustand. Spannungs­kopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopf­schmerzen sind eigenständige Krankheiten; sie sind nicht Ausdruck einer anderen Störung.

Weniger häufig resultieren Kopfschmerzen aus einer Störung, die Augen, Nase, Rachen, Zähne, Ohren oder Hals betrifft.

Selten beruhen Kopfschmerzen auf einem ernsten medizinischen Problem. Dazu gehören Kopfverletzungen, Hirnschlag, eine Aussackung in der Wand einer Hirnarterie (zerebrales Aneu­rysma), Hirninfektionen und Gefäßfehlbildun­gen in der Nähe des Gehirns. Infektionen, wie Tuberkulose, können das Gehirn in Mitleiden­schaft ziehen und Kopfschmerzen verursachen. Störungen, die den Druck im Schädel erhöhen, können zu Kopfschmerzen führen, weil sich da­durch auch der Druck im Gehirn erhöht. Bei­spiele sind ein Hirntumor, Blutungen, ein Blut­erguss und ein Pseudotumor cerebri , bei dem der Druck im Schädelinneren steigt, ohne dass sich eine Ursache finden lässt.

Kopfschmerzen

nachgewiesen; für die Behandlung spezieller Schmerzarten gibt es einige vielversprechende Untersuchungsergebnisse.

Biofeedback, autogenes Training und Hypno­se können das Schmerzerleben beeinflussen. Mithilfe dieser Techniken kann man lernen, Schmerzen zu beherrschen und ihre Auswir­kungen einzudämmen.

Die Bedeutung einer psychologischen Beglei­tung von Schmerzpatienten darf nicht unter­schätzt werden. Da diese Menschen wirklich leiden, kann es sein, dass sie Depressionen oder Ängste entwickeln, die unter Umständen der Hilfe eines Psychotherapeuten bedürfen.

KAPITEL 79

Zu anderen ernsthaften Ursachen, die Kopf­schmerzen hervorrufen können, gehören sehr hoher Blutdruck, der zu einem Pochen im Kopf führen kann. Auch Lungenprobleme, die die Sauerstoffversorgung des Gehirns verringern, können zu Kopfschmerzen führen, ebenso eine Schlafapnoe, die zeitweilig die Kohlendioxid­konzentration im Blut erhöht. Eine Entzün­dung der großen Arterien von Kopf und Hals kann ebenfalls Kopfschmerzen auslösen. Eine Entzündung der Schläfenarterien kommt vor­wiegend bei älteren Menschen vor. Auch Grip­pe und hohes Fieber können zu Kopfschmerzen führen, und die Lyme-Borreliose löst im Früh­stadium häufig Kopfschmerzen aus.

Als unerwünschte Wirkung einer lang dauern­den, unangemessenen Behandlung mit Schmerz­mitteln können Dauerkopfschmerzen entstehen.

Oft führen auch Koffeinentzug und der Ge­brauch von Medikamenten, wie Nitroglyzerin, das die Blutgefäße erweitert, zu Kopfschmerzen.

Diagnose

In der Regel kann der Arzt anhand der gesund­heitlichen Vorgeschichte des Patienten, einer körperlichen Untersuchung und der charakte­ristischen Merkmale Art und Ursache der Kopf-

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siehe Kasten Seite 507