Kapitel 81SCHLAFSTÖRUNGEN451

anfall beginnt fünf bis zehn Sekunden nach der Kopfbewegung und dauert weniger als vier Mi­nuten; meist verschwinden die Symptome in­nerhalb von Wochen oder Monaten von selbst. Manchmal dauern sie jedoch monatelang an und können wegen des Erbrechens zur Aus­trocknung führen. Die Betroffenen leiden nicht unter Hörverlust oder Ohrgeräuschen.

Hilfreich kann es sein, die Kopfhaltungen zu vermeiden, die Schwindel auslösen. Die Betrof-

Unter Schlafstörungen versteht man Schwierig­keiten ein- oder durchzuschlafen, Veränderun­gen der Schlafdauer und auffälliges Verhalten im Schlaf, wie Nachtangst und Schlafwandeln .

Schlaf ist für Überleben und Gesundheit not­wendig. Warum er aber erforderlich ist und wie der Mensch im Einzelnen von ihm profitiert, ist nicht genau bekannt. Das Schlafbedürfnis schwankt erheblich; manche gesunde Erwach­sene kommen mit nur vier Stunden Schlaf aus, während andere täglich zehn Stunden benötigen. Das individuell sehr unterschiedliche Schlafver­halten der Menschen hat dazu geführt, dass in der Medizin mittlerweile eher von »nicht erholsa­mem Schlaf« statt von einer Schlafstörung ge­sprochen wird. Denn wichtiger als die Angabe, wie lange und wie gut jemand schläft, ist das Empfinden des Betroffenen, ob er seine sozialen und beruflichen Anforderungen zufrieden stel­lend erfüllen kann oder ob er sich darin aufgrund nicht erholsamen Schlafes gestört fühlt.

Schlaf läuft in verschiedenen Phasen ab, bei denen man zwei Haupttypen unterscheiden kann: REM-Schlaf (engl.: rapid eye movement), der u. a. durch rasche Augenbewegungen ge­kennzeichnet ist, und Non-REM-Schlaf, der in vier Stadien gegliedert ist. Während der Schlafs durchläuft man normalerweise fünf- bis sechs­mal pro Nacht die vier Stadien des Non-REM-Schlafes, auf die gewöhnlich eine kurze REM-Phase folgt.

Der Schlaf beginnt mit Stadium 1 (leichter Schlaf, der Schlafende kann ohne Mühe geweckt

Schlafstörungen

fenen können das Epley-Manöver erlernen, durch das die Kalziumteilchen getrennt werden und sich wieder in den Bogengängen verteilen. Dann kann der Körper die Partikel aufnehmen. Bei den meisten Betroffenen schafft dieses Ma­növer sofortige Erleichterung, ohne dass Medi­kamente eingesetzt werden müssten. Bei man­chen Betroffenen kehrt der Schwindel jedoch zurück, und das Manöver muss wiederholt wer­den.

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werden) und schreitet bis zu Stadium 4 fort (tiefster Schlaf, der Schlafende lässt sich nur schwer aufwecken). In Stadium 4 ist die Mus­kulatur erschlafft, der Blutdruck deutlich abge­sunken, Atem- und Herzfrequenz niedrig.

Während des REM-Schlafes ist die elektrische Aktivität im Gehirn außergewöhnlich hoch und erinnert in gewisser Weise an den Wach­zustand. Die Augen bewegen sich rasch, die Muskeln zucken unwillkürlich. In den REM-Phasen nehmen Zahl und Tiefe der Atemzüge zu, die Muskeln sind jedoch mit Ausnahme des Zwerchfells völlig entspannt – mehr noch als in den tiefsten Stadien des Non-REM-Schlafes.

Träume treten überwiegend in REM-Phasen auf, Schlafwandeln, nächtliches Aufschrecken und Sprechen im Schlaf dagegen in den Stadien 3 und 4.

Wie erholt sich jemand nach dem Aufwachen fühlt, kann vom Erregungszustand, dem Stress­niveau, dem Alter und der Ernährung beein­flusst sein. Auch Medikamente können eine Rolle spielen: Manche Mittel machen müde, andere erschweren das Schlafen. Nahrungsbe­standteile, wie Koffein, scharfe Gewürze und der Geschmacksverstärker Natriumglutamat, können sich auf den Schlaf auswirken.

Schwierigkeiten beim Einschlafen kommen so­wohl bei jungen als auch bei alten Menschen vor. Mit zunehmenden Alter schlafen die meisten Menschen nachts weniger und machen stattdes­sen tagsüber häufiger einmal ein »Nickerchen«. Auch die Schlafphasen verändern sich: Das Sta­dium 4 wird kürzer und verschwindet möglicher-