Kapitel 88TUMOREN DES NERVENSYSTEMS503

stoppt. Nach Resorption des Blutes dehnt sich das Gehirn bei älteren Menschen unter Um­ständen nicht wieder richtig aus, sodass ein flüssigkeitsgefüllter Raum zurückbleibt. Dieser Raum kann sich erneut mit Blut füllen und ver­größern, weil kleine Blutgefäße reißen, sodass es zu wiederholten Blutungen kommt.

Je nach Sitz der Hirnschädigung zählen zu den Symptomen hartnäckige Kopfschmerzen, immer wieder auftretende Benommenheit so­wie Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen und Lähmungserscheinungen auf der dem Häma­tom gegenüberliegenden Körperseite.

Bei Kleinkindern kann sich der Kopfumfang infolge eines subduralen Hämatoms wie beim Hydrozephalus vergrößern, da ihre Schädel­decke noch weich und nachgiebig ist. Bei ihnen erhöht sich der Druck im Schädel nicht so stark wie bei älteren Kindern und Erwachsenen.

Ein chronisches subdurales Hämatom ist schwieriger zu diagnostizieren, weil zwischen der Verletzung und dem Auftreten von Sympto­men viel Zeit vergehen kann. Mittels CT und NMR lassen sich aber sowohl akute als auch chronische subdurale Hämatome entdecken.

Bei Erwachsenen baut der Körper kleine sub­durale Hämatome oft selbst ab, größere, die neu­rologische Störungen verursachen, werden je­doch gewöhnlich operativ durch ein kleines Loch im Schädel abgesaugt. Eine Operation ist dann angezeigt, wenn die Kopfschmerzen blei­ben, immer wieder Benommenheit auftritt so-

Ein Tumor ist eine ungewöhnliche Wucherung im Körper. Üblicherweise bezeichnet man mit diesem Begriff eine Neubildung von Gewebe (Neoplasma), die gutartig (benigne) oder bös­artig (maligne) sein kann. In den meisten Kör­perteilen führt ein gutartiger Tumor kaum oder gar nicht zu Problemen, im Gehirn oder im Rü­ckenmark kann aber jedes ungewöhnliche Zell­wachstum beträchtliche Schäden verursachen.

Krebsgeschwüre an anderen Körperstellen wir­ken sich manchmal auf das Nervensystem aus und führen zu paraneoplastischen Syndromen .

Tumoren des Nervensystems

wie Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen und leichte Lähmungserscheinungen auf der dem Hämatom gegenüberliegenden Körperseite auf­treten. Während der Operation wird gewöhn­lich eine Drainage gelegt und mehrere Tage lang an Ort und Stelle belassen, weil das subdurale Hämatom erneut auftreten kann. Deshalb wird der Patient auch sorgfältig beobachtet. Bei Kin­dern wird das Hämatom im Allgemeinen zu­mindest aus optischen Gründen gewöhnlich operativ abgesaugt.

Etwa die Hälfte aller Patienten, die wegen eines großen akuten subduralen Hämatoms be­handelt werden, überlebt das Ereignis. Men­schen mit einem chronischen subduralen Häma­tom geht es gewöhnlich nach einiger Zeit besser bzw. ihr Zustand verschlimmert sich nicht.

Nach einer schweren Kopfverletzung kommt es aufgrund einer Hirnprellung häufig zu in­trazerebralen Hämatomen. Auch Flüssigkeits­ansammlungen treten im geschädigten Hirn­gebiet häufig auf; sie sind für den größte Teil der Todesfälle nach Verletzungen verantwortlich. Mithilfe einer Computer- oder Kernspintomo­graphie lassen sich intrazerebrale Hämatome erkennen. Da diese Hämatome von einer direk­ten Hirnschädigung hervorgerufen werden, lassen sich verlorene Funktionen nicht so gut operativ wiederherstellen, wie im Fall von epi- oder subduralen Hämatomen, wo das Gehirn vorwiegend indirekt durch Blutungen geschä­digt wird.

KAPITEL 88

Zu den Symptomen gehören Demenz, Stim­mungsschwankungen, Krampfanfälle, Koordi­nationsstörungen, Schwindel, Doppeltsehen und ungewöhnliche Augenbewegungen. Die häufigste Auswirkung, Polyneuropathie, ist eine Funktionsstörung peripherer Nerven , die zu Muskelschwäche, Taubheit und Krib­beln führt.

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