Kapitel 99SOMATOFORME STÖRUNGEN589

Hypnose und Hypnosetherapie

Somatoforme Störungen umfassen psychische Krankheiten, bei denen die Betroffenen über körperliche Symptome oder Probleme mit ih­rem Aussehen klagen, psychische Probleme je­doch abstreiten. Diese Symptome belasten die Betroffenen stark und erschweren ihnen die Bewältigung ihres Alltag.

Somatoforme Störung ist ein relativ neuer Begriff für das, was bisher psychosomatische Krankheit hieß. Bei somatoformen Störungen lassen sich die körperlichen Symptome nicht durch eine zugrunde liegende körperliche Krank­heit erklären. Manchmal liegt zwar eine solche vor, sie erklärt aber nicht die Dauer und Bedeu­tung der Beschwerden.

Zu den häufigsten somatoformen Störungen zählen Somatisierungsstörungen, Konversions­störungen, Hypochondrie (Krankheitswahn), körperdysmorphe Störungen (Dysmorphopho­bie) und Schmerzkrankheiten .

Die Somatisierungsstörung ist durch eine Viel­zahl wiederkehrender körperlicher Symptome gekennzeichnet, darunter Schmerzen, Magen­Darm-Beschwerden sowie sexuelle und neuro­logische Symptome, die sich nicht durch eine körperliche Erkrankung erklären lassen.

Somatisierungsstörungen treten oft familiär ge­häuft auf; vorwiegend sind Frauen betroffen. Männliche Verwandte von Frauen mit dieser Störung zeigen häufig sozial abgelehnte Verhal­tensweisen (antisoziale Persönlichkeit ) und Störungen wie Drogen- und Alkoholabhängig­keit. Menschen mit Somatisierungsstörungen

Somatisierungsstörungen

Somatoforme Störungen

KAPITEL 99

Trance- oder veränderten Bewusstseinszustands; bei der Hypnosetherapie wird im Rahmen einer Hypnose psychotherapeutisch eingegriffen. Die­se Methoden können die Entspannung fördern und Ängste und Spannungen abbauen.

Die Behandlung mit Hypnose wird zunehmend bei Schmerzen und zur Behandlung von körper­lichen Krankheiten mit psychischer Komponen­te eingesetzt. Hypnose ist die Erzeugung eines

neigen zu Persönlichkeitsstörungen, die sich durch Selbstbezogenheit (narzisstische Persön­lichkeit) und übertriebene Abhängigkeit von anderen (abhängige Persönlichkeit) auszeichnen.

Die körperlichen Symptome sind offenbar ein eindringlicher Ruf nach Hilfe und Aufmerk­samkeit. Intensität und Dauer der Beschwerden spiegeln den dringenden Wunsch nach Fürsorge in jeder Beziehung wider. Die Symptome schei­nen auch anderen Zwecken zu dienen, z. B. sind sie eine Möglichkeit, Verantwortung und Selbst­ständigkeit zu vermeiden. Die Symptome sind meist unangenehm und halten die Betroffenen von vielen angenehmen Beschäftigungen ab, was auf mangelndes Selbstwertgefühl und Schuld­gefühle hindeutet. Die Symptome verhindern den Genuss von Annehmlichkeiten und wirken als Strafe.

Symptome

Die Symptome zeigen sich erstmals bei Jugend­lichen oder jungen Erwachsenen. Menschen mit Somatisierungsstörungen klagen über eine Vielzahl von vagen körperlichen Beschwerden; sie beschreiben ihre Beschwerden oft als »uner­träglich«, »unbeschreiblich« und »schlimmer nicht vorstellbar«. Grundsätzlich kann jeder Kör­perteil Symptome zeigen; spezielle Symptome und ihre Häufigkeit variieren je nach Kultur. Am häufigsten sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall und Verstopfung, schmerzhafte Menstruationsblu­tungen, Müdigkeit, Ohnmacht, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und fehlendes sexuelles Ver­langen. Männer klagen häufig über Impotenz und andere sexuelle Störungen. Es handelt sich vor-

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