Kapitel 101DEPRESSION UND MANIE603

Mögliche Auslöser einer Depression

Medikamentennebenwirkungen

Betablocker

Cimetidin

Die »Pille«

Hormonbehandlung in den Wechsel­jahren

Methyldopa

Neuroleptika

Reserpin

Vinblastin

Vincristin

Infektionen

Aids

Grippe

Pfeiffersches Drüsenfieber

Syphilis (Spätstadium)

Tuberkulose

Virushepatitis

Viruspneumonie

Hormonstörungen

Addison-Krankheit

Cushing-Syndrom

Hoher Parathormonspiegel

Hoher und niedriger Schilddrüsen­hormonspiegel

Neurologische Krankheiten

Demenz

Hirntumoren

Kopfverletzungen

Multiple Sklerose

Parkinson-Krankheit

Schlafapnoe

Schlaganfall

Schläfenlappenepilepsie

Mangelernährung

Pellagra (Vitamin-B -Mangel) 6

Perniziöse Anämie (Vitamin-B 12 -Mangel)

Krebserkrankungen

Krebs in der Bauchhöhle (Eierstöcke, Dickdarm)

Metastasierender Krebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Unterfunktion der Hirnanhangdrüse (Hypophyse)

Bindegewebeerkrankungen

Rheumatoide Arthritis

Systemischer Lupus erythematodes

immer wieder depressive Phasen. Chronische und immer wieder auftretende Depressionen bezeichnet man als unipolare Störung. Wenn sich depressive und manische Phasen (oder weniger schwere Manien, so genannte Hypomanien) ab­wechseln, spricht man von einer manisch­depressiven Erkrankung oder bipolaren affektiven Störung. Eine Manie ohne Depression, ebenfalls als unipolare Störung bezeichnet, ist sehr selten.

Depression (Schwermut) ist ein Gefühl tiefer Traurigkeit; sie kann auf den Verlust eines Men­schen oder ein anderes trauriges Ereignis folgen, steht aber in keinem Verhältnis zu diesem Er­eignis und bleibt übermäßig lange bestehen.

Depressionen sind eine häufige psychiatrische Erkrankung. Auch junge Menschen oder Kinder können darunter leiden. Es wird geschätzt, dass die Hälfte aller Depressionen unerkannt

Depression

bleibt und dementsprechend auch nicht ange­messen behandelt wird.

Eine depressive Phase dauert ohne Behand­lung gewöhnlich sechs Monate, in manchen Fällen aber auch zwei Jahre oder länger. Der­artige Phasen treten im Allgemeinen mehrmals im Leben auf.

Ursachen

Was eine Depression verursacht, ist nicht voll­ständig geklärt. Eine Reihe von Faktoren begüns­tigt ihr Auftreten, z. B. familiäre Veranlagung, Nebenwirkungen bestimmter Medikamente, eine introvertierte Persönlichkeit und erschüt­ternde Erfahrungen, insbesondere Schicksals­schläge. Eine Depression kann ohne ersicht­liche und gravierende Belastung auftreten und sich verschlimmern.

Von den biologischen Faktoren spielen meist Hormone eine Rolle. Änderungen der Hormon-

siehe Seite 1615