Kapitel 117AKUTE ZAHNBESCHWERDEN681

dafür sorgen, dass der Unterkiefer wieder rich­tig einschnappt. Viele Betroffene, die öfter unter diesem Problem zu leiden haben, lernen jedoch, ihren Kiefer selbst wieder in die richtige Po­sition zu bringen, indem sie ihre Muskeln be-

Bestimmte Zahnprobleme müssen frühzeitig behandelt werden, um Beschwerden zu lindern und Schäden am Kauorgan weitgehend zu ver­hindern. Dazu gehören manche Zahnschmer­zen, abgebrochene, lockere und ausgeschlagene Zähne, Kieferbrüche, ein ausgerenkter Kiefer und bestimmte Komplikationen im Anschluss an eine Zahnbehandlung.

Als Ursache für Zahnschmerzen kommen Ka­ries, ein Abszess, Entzündungen des Zahnhalte­apparats und – weitaus seltener – eine Nasen­nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) infrage.

Wenn mehrere Zähne in der oberen Zahn­reihe beim Kauen und Bücken (z. B. beim Schuhezubinden) schmerzen, beruht das wahr­scheinlich auf einer Nasennebenhöhlenentzün­dung – vor allem wenn die Zahnschmerzen während einer Erkältung eingesetzt haben. Zu­sätzliche Symptome, die für eine Sinusitis spre­chen, sind Kopfschmerzen sowie Schwellung und Berührungsempfindlichkeit der Haut über der betroffenen Nebenhöhle.

Wenn beim Kauen oder während man etwas Kaltes isst ein kurzer stechender Schmerz auf­tritt, ist möglicherweise ein Zahn angebrochen. Solange noch kein Stück vom Zahn abgebro­chen ist, kann der Zahnarzt eine Füllung ein­legen.

Die oberen Schneidezähne sowie besonders hervorstehende Zähne sind anfällig für Verlet-

Abgebrochene, lockere und

ausgeschlagene Zähne

Zahnschmerzen

Akute Zahnbeschwerden

wusst entspannen und den Unterkiefer leicht bewegen, bis er wieder einschnappt. Wenn das Kiefergelenk öfter herausspringt, ist vielleicht eine Operation angezeigt, um die Bänder zu kürzen, damit das Gelenk fester wird.

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zungen und Brüche. Wenn ein Zahn nach einer Verletzung nicht zugempfindlich ist, hat ver­mutlich nur der Zahnschmelz, die harte Außen­schicht, Schaden genommen. Auch wenn ein kleines Stück Zahnschmelz abgebrochen ist, muss nicht sofort behandelt werden. Brüche, die bis in die Zwischenschicht des Zahnes (das Dentin) reichen, verursachen beim Kontakt mit Luft und Speisen meist Schmerzen, sodass sich die Betroffenen freiwillig bald in zahnärztliche Behandlung begeben. Wenn der Bruch den in­nersten Teil des Zahnes (die Pulpa) betrifft, er­scheint ein roter Fleck und oft etwas Blut in dem Bruch. Dann kann eine Wurzelbehandlung erforderlich sein, um die restliche Pulpa zu ent­fernen, bevor sie abstirbt und starke Schmerzen verursacht.

Wenn sich ein Zahn infolge einer Verletzung aus seiner Verankerung gelöst hat oder das um­liegende Zahnfleisch stark blutet, sollte man sofort einen Zahnarzt aufsuchen. Beschädigte Milchzähne im vorderen Bereich des Mundes sind gewöhnlich kein Problem. Bei schweren Schäden können die Zähne entfernt werden, ohne die bleibenden Zähne in Mitleidenschaft zu ziehen oder Platz für die nachrückenden Zähne zu verlieren.

Ausgeschlagene Milchzähne werden nicht wieder eingesetzt, weil dabei der nachwach­sende bleibende Zahn geschädigt werden kann. Wenn ein bleibender Zahn ausgeschlagen wird, muss umgehend eine Behandlung eingeleitet werden. Der Zahn sollte mit einem sauberen Tuch abgewischt und wieder in das Zahnbett gelegt werden. Falls dies nicht möglich ist, legt man den Zahn am besten in ein Glas Milch und transportiert ihn so zum Zahnarzt. Auf jeden Fall sollten Patient und Zahn umgehend den nächsten Zahnarzt aufsuchen.