Kapitel 119SYMPTOME UND DIAGNOSE691

gen rufen in der Regel aber keine Beschwerden hervor. Auf die Sekretion der Magensäfte (z. B. Magensäure und Pepsin) wirkt sich das Älter­werden kaum aus, aber Krankheiten wie die chronisch-atrophische Gastritis, die die Säure­sekretion verringern, nehmen zu.

Dünndarm: Da sich das Älterwerden nur ge­ringfügig auf die Struktur des Dünndarms aus­wirkt, ändern sich weder die Bewegung des Darminhalts durch den Dünndarm noch die Aufnahme der meisten Nährstoffe nennens­wert. Die Laktaseproduktion nimmt ab; das löst bei vielen älteren Menschen eine Unverträg­lichkeit von Milchprodukten aus (Milchzucker­unverträglichkeit). Bestimmte Bakterien wach­sen mit dem Alter oft übermäßig; das kann zu Gewichtsverlust führen. Bakterielle Überwu­cherung kann die Aufnahme von Nährstoffen, wie Folsäure, Eisen und Kalzium, verringern.

Symptome, wie Durchfall, Verstopfung, Blu­tungen im Verdauungstrakt, Regurgitation und Schluckbeschwerden, weisen in der Regel auf eine Erkrankung des Verdauungssystems hin. Nicht so spezifische Symptome, wie z. B. Bauch­schmerzen, Blähungen, Appetitlosigkeit und Übelkeit, können auf verschiedenen Erkran­kungen beruhen.

Der Begriff Verdauungsstörung umfasst Pro­bleme des Verdauungstrakts, die von Reiz­magen, Übelkeit und Erbrechen bis zu Regurgi­tation und dem Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben (Globusgefühl), reichen. Aber auch eine gestörte Darmentleerung zählt zu diesen Pro­blemen.

Symptome

Durchfall

Störungen im Verdauungssystem (Gastrointes­tinalsystem) können gleichzeitig mehrere Ab­schnitte betreffen; manche Erkrankungen hin­gegen beeinträchtigen nur einen Abschnitt oder ein Organ.

Symptome und Diagnose

Bauchspeicheldrüse, Leber und Gallenblase: Mit zunehmendem Alter verliert die Bauchspeichel­drüse etwas an Gewicht; manches Gewebe wird durch Narbengewebe ersetzt (Fibrose). Diese Veränderungen verringern aber nicht die Fähig­keit der Bauchspeicheldrüse, Verdauungsenzy­me und Natriumhydrogenkarbonat herzustel­len. Auch die Insulinproduktion bleibt erhalten. Beim Altern von Leber und Gallenblase tritt eine Reihe von strukturellen und mikroskopischen Änderungen auf.Dickdarm und Mastdarm: Der Dickdarm än­dert sich mit dem Alter nicht sehr. Der Mast­darm vergrößert sich etwas. Verstopfung nimmt zu. Das liegt wahrscheinlich an einer leicht ver­langsamten Bewegung des Inhalts durch den Dickdarm und an mäßig verringerten Kontrak­tionen des Mastdarms, wenn er mit Stuhl ge­füllt ist.

KAPITEL 119

Bei Durchfall geht oft ungeformter Stuhl ab. Die Stuhlbeschaffenheit kann von weich über breiig bis wässrig reichen. Die Farbe kann von braun bis durchsichtig gehen. Schwarzer Stuhl zeigt meistens eine Blutung im Verdauungstrakt an. Wenn die Schwarzfärbung durch Blut be­dingt ist, handelt es sich in der Regel um übel riechenden Teerstuhl (Melaena).

Vor oder während des Stuhlgangs kann es zu Krämpfen kommen. Manchmal geht mit dem Stuhl Gas ab. Manchen Menschen ist übel, vor allem wenn ein Erreger oder ein Schadstoff den Durchfall verursacht.

Verstopfung

Verstopfung ist seltener Stuhlgang. Fast immer hat der Betroffene harten Stuhl, der Beschwer­den macht. Es kann auch das Gefühl entstehen, dass der Mastdarm nicht völlig entleert wurde.

Verstopfung kann zu Bauchschmerzen füh­ren, wenn die Person während des Stuhlgangs

siehe Seite 782