Gutartige Tumoren in der Speiseröhre sind sel­ten und kaum je gefährlich.

Der häufigste gutartige Tumor in der Speise­röhre ist ein Leiomyom, eine Wucherung der glatten Muskulatur. Es tritt am häufigsten zwi­schen dem 30. und 60. Lebensjahr auf. Die meis­ten Leiomyome sind klein und brauchen nicht behandelt zu werden. Nur wenige Leiomyome werden so groß, dass sie einen Teil der Speise­röhre verstopfen und Schluckbeschwerden oder Schmerzen verursachen. Letztere lassen sich mit Schmerzmitteln lindern; eine dauerhafte Heilung ist aber nur durch eine operative Ent­fernung möglich.

Andere Arten von gutartigen Tumoren kön­nen aus Bindegewebe (fibrovaskuläre Polypen) oder nervenähnlichem Gewebe (Neurinome) bestehen. Sie sind selten.

Bei Speiseröhrenkrebs handelt es sich überwie­gend um Plattenepithel- und Adenokarzinome, die sich in den Zellen der Speiseröhrenwand bilden. Diese Tumorarten treten bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Krebstumoren kön­nen überall in der Speiseröhre entstehen. Sie können sich als Verengung, Knoten oder Fistel zwischen der Speiseröhre und den Atemwegen oder als auffällig flache Stelle bemerkbar ma­chen.

Weitere Formen von Speiseröhrenkrebs sind Lymphome (Krebserkrankung weißer Blutzel­len, der Lymphozyten), Leiomyosarkome (Krebs der glatten Speiseröhrenmuskulatur) und Me­tastasen, die sich von einer Krebserkrankung an einer anderen Stelle im Körper hierher aus­gebreitet haben.

Gutartige Tumoren der Speiseröhre

Speiseröhrenkrebs

Risikofaktoren

Im gesamten Verdauungstrakt, von der Spei­seröhre bis zum Mastdarm, aber auch in der Gallenblase , der Leber und in der Bauch­speicheldrüse, können sich verschiedene Wu­cherungen (Tumoren) bilden. Diese Tumoren können gutartig oder bösartig sein.

KAPITEL 131

Tumoren im Verdauungssystem

Rauchen und Alkoholmissbrauch erhöhen das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken; bei­des sind Hauptrisikofaktoren für ein Plattenepi­thelkarzinom. Personen, die mit dem humanen Papillomavirus infiziert sind, eine Krebserkran­kung im Kopf- oder Halsbereich oder eine Strah­lentherapie der Speiseröhre wegen eines nahe gelegenen Tumors hatten, haben ein größeres Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken.

Bei Patienten mit Ösophagusachalasie, Öso­phagusmembranen und bei solchen, deren Spei­seröhre aufgrund einer Verätzung verengt ist, tritt Speiseröhrenkrebs häufiger auf. Wenn aus dem Magen zurückfließende Säure lange Zeit die Speiseröhre reizt, kann eine Krebsvorstufe entstehen (Barrett-Ösophagus). In den meisten Industrieländern entsteht zwar selten Speise­röhrenkrebs durch einen Barrett-Ösophagus, dennoch nimmt seine Häufigkeit schneller zu als die aller anderen Arten von Speiseröhren­krebs.

Symptome

In der Frühphase kann Speiseröhrenkrebs unbe­merkt bleiben. Da Tumoren in der Speiseröhre aber irgendwann die Nahrungspassage beein­trächtigen, sind Schwierigkeiten beim Schlu­cken fester Nahrung meist das erste Symptom. Später fällt es dem Betroffenen schwer, weiche Nahrung zu schlucken, am Ende bereiten auch Flüssigkeiten Probleme. In der Folge verliert der Patient erheblich an Gewicht.

Wenn die Erkrankung fortschreitet, breitet sich der Tumor über Nerven und andere Gewe­be sowie Organe aus. Er kann die Nerven, die die Stimmbänder steuern, zusammendrücken und Heiserkeit verursachen. Das Zusammen­pressen der umliegenden Nerven kann das Hor­ner-Syndrom , Schmerzen und Schluckauf auslösen. Der Tumor breitet sich meistens auf die Lunge aus, wo er zu Kurzatmigkeit füh­ren kann, und auf die Leber, wo er Fieber und Schwellungen im Bauch hervorrufen kann. Me­tastasen in den Knochen können schmerzhaft sein. Metastasen im Kopf können Kopfschmer-

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