Kapitel 135KRANKHEITSBILDER BEI LEBERERKRANKUNGEN785

Entzündung des Bauchfells (Peritonitis) verur­sachen. Da Blutungen noch bis zu 14 Tage spä­ter auftreten können, sollte sich der Betroffene in dieser Zeit nicht weiter als eine Stunde Fahr­zeit vom Krankenhaus entfernen. Nach einer Leberbiopsie kommen häufig leichte Schmer­zen im rechten Oberbauch vor, die manchmal bis zur rechten Schulterspitze ausstrahlen; sie lassen sich meistens durch Schmerzmittel lin­dern.

Eine Lebererkrankung kann sich auf verschie­dene Art zeigen. Besonders wichtige Störungen sind Gelbsucht, Gallenstauung, Lebervergröße­rung, Pfortaderhochdruck, Bauchwassersucht, Leberenzephalopathie und Leberversagen.

Manchmal sind die Erscheinungsformen ei­ner Lebererkrankung nicht offensichtlich. Die Symptome können z. B. Müdigkeit, Unwohl­sein, Appetitlosigkeit und leichter Gewichts­verlust sein, aber diese Symptome gibt es bei sehr vielen anderen Krankheiten. Daher kön­nen Lebererkrankungen, vor allem im Früh­stadium, leicht übersehen werden.

Bei einer Gelbsucht sind die Haut und die Au­genbindehaut gelb verfärbt. Sie entsteht durch überhöhte Blutwerte des Gallenfarbstoffs Bili­rubin.

Alte und funktionsuntüchtige rote Blutkörper­chen werden vor allem von der Milz aus dem Kreislauf entfernt. Dabei wird Hämoglobin, der Teil der roten Blutkörperchen, der den Sauer­stoff transportiert, zu dem dunkelgrün bis gel­ben Farbstoff Bilirubin abgebaut. Bilirubin wird dann zur Leber transportiert und als Bestandteil der Galle in den Darm ausgeschieden. Wenn Bilirubin nicht in die Galle ausgeschieden wer­den kann, reichert es sich im Blut an. Über-

Gelbsucht

Krankheitsbilder bei

Lebererkrankungen

Bei einer transvenösen Leberbiopsie wird ein Katheter durch eine Halsvene eingeführt, durch das Herz geschleust und in eine der Lebervenen, die von der Leber kommen, gelegt. Die Nadel des Katheters wird dann durch die Venenwand in die Leber vorgeschoben. Bei dieser Technik wird die Leber nicht so leicht verletzt wie bei einer perkutanen Leberbiopsie, und sie ist be­sonders hilfreich bei Menschen, die leicht zu Blutungen neigen.

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schüssiges Bilirubin wird dann in der Haut ab­gelagert und führt zu der gelblichen Verfärbung.

Hohe Bilirubinwerte im Blut können durch Störungen entstehen, die ihren Ursprung inner­halb oder außerhalb der Leber haben. Eine Schädigung der Leber durch Entzündungen oder Vernarbungen kann die Ausscheidung von Bili­rubin in die Galle verhindern. Es können auch die Gallengänge, die Galle von der Leber zum Dünndarm transportieren, durch einen Gallen­stein oder einen Tumor verstopft sein.

Seltener können die hohen Bilirubinwerte, die sich aus dem Abbau großer Mengen roter Blutkörperchen ergeben, die Leber überfordern. Das ist am häufigsten bei Neugeborenen mit Gelbsucht der Fall . Besonders häufig sind da­von Frühgeborene betroffen.

Beim Gilbert-Syndrom sind die Bilirubin­werte leicht erhöht, aber meistens nicht genug, um Gelbsucht zu verursachen. Diese manch­mal erbliche Krankheit wird meistens bei jun­gen Erwachsenen während einer Routineunter­suchung diagnostiziert. Sie verursacht keine Probleme.

Bei Menschen, die reichlich Karotten essen, kann die Haut einen leichten Gelbstich bekom­men; ihre Augen werden aber nicht gelb. Das ist keine Gelbsucht und hat auch nichts mit einer Erkrankung der Leber zu tun.

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