Fettleber, Zirrhose, primäre biliäre Zirrhose, primäre sklerosierende Cholangitis und Alpha-1-Antitrypsinmangel entstehen durch eine Ver­letzung der Leber. Die Schädigungen können durch Alkohol, Arzneistoffe, Verunreinigungen in Nahrungsmitteln und die Anreicherung von Abbausubstanzen im Blut entstehen. Andere Ursachen sind Infektionen und Erkrankungen, bei der der Körper sein eigenes Gewebe angreift (Autoimmunreaktion ). Manchmal ist die ge­naue Ursache solcher Leberschädigungen unbe­kannt.

Bei einer Fettleber sammeln sich in den Leber­zellen übermäßig viel Triglyzeride an .

Die häufigsten Ursachen für Fettleber sind in den Industriestaaten Alkoholismus, Übergewicht, Diabetes und erhöhte Triglyzeridwerte. Zu den anderen Ursachen gehören Mangelernährung, Stoffwechselkrankheiten, wie die Glykogen­speicherkrankheiten , und Arzneimittel, z. B. Kortison, Tetrazyklin und Azetylsalizylsäure. Wie diese Krankheiten oder Faktoren die Fett­ansammlung in der Leber auslösen, ist unbe­kannt. Eine fettreiche Ernährung allein verur­sacht keine Fettleber.

Ein Erklärungsansatz ist, dass diese Krank­heiten oder Faktoren die Geschwindigkeit, mit der Fett verarbeitet und aus dem Körper aus­geschieden wird, verlangsamen. Dann wird das sich anreichernde Fett in den Leberzellen ge­speichert.

Manchmal ist die Ursache der Fettleber un­klar, vor allem bei Neugeborenen. Es handelt sich aber wahrscheinlich um einen Defekt in den Mitochondrien der Leberzellen.

Bei manchen Menschen wird eine Fettleber mit Fettleibigkeit und Diabetes mellitus in Zu­sammenhang gebracht. Erhöhte Triglyzeridwer­te führen dann, wahrscheinlich wegen einer zu­grunde liegenden Entzündung, zu Vernarbung und Zirrhose. Diese Art von Fettleber wird auch als nichtalkoholische Steatohepatitis bezeich­net.

Fettleber

Erkrankungen

KAPITEL 136

Fettleber, Zirrhose und verwandte

Symptome und Diagnose

Eine Fettleber ruft meistens keine Symptome hervor. Nur selten verursacht sie Gelbsucht, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen und einen wei­chen Bauch.

Eine vergrößerte Leber ohne andere Sympto­me weist auf eine Fettleber hin. Leberfunktions­tests sollen z. B. eine Entzündung aufdecken, die manchmal gemeinsam mit dem zusätzlichen Fett in den Leberzellen auftritt und bei der ein Zusammenhang mit der Entstehung von Leber­zirrhose bei einer nichtalkoholischen Steatohe­patitis vermutet wird. Die Diagnose wird durch eine Leberbiopsie bestätigt .

Prognose und Behandlung

Zu viel Fett in der Leber stellt an sich kein gro­ßes Problem dar, zumal es bei Alkoholabsti­nenz verschwinden kann. Die Grundkrankheit kann hingegen sehr wohl problematisch sein. Die anhaltende Schädigung der Leber durch Gifte wie Alkohol kann die Fettleber zur Zir­rhose fortschreiten lassen. Die Behandlung der Fettleber zielt daher auf eine Verringerung oder Beseitigung der eigentlichen Ursache ab.

Hauptursachen von Leberzirrhose sind Alko­holmissbrauch und chronische Hepatitis. Das entstehende Narbengewebe beeinträchtigt die Leberfunktion und behindert den Blutfluss durch die Pfortader (die Vene, die das Blut vom Darm zur Leber transportiert). Eine Folge dieser Hemmung ist hoher Blutdruck (Pfortaderhoch­druck ).

siehe Kasten Seite 783

Leberzirrhose

Eine Zirrhose ist die Zerstörung normalen Lebergewebes, bei der nicht mehr funktions­tüchtiges Narbengewebe Gebiete mit funktio­nierendem Lebergewebe umgibt .

siehe Seite 1070 
siehe Seiten 392  und 1597
siehe Seite 783 
siehe Seite 787