Kapitel 151KREBS DER NIEREN UND HARNWEGE869

Verengung der Harnröhre, hartnäckige Infektio­nen, Harninkontinenz und Impotenz, entwi­ckeln.

Diagnostiziert wird eine solche Verletzung durch eine Röntgenaufnahme, bei der ein Kon­trastmittel direkt in die Harnröhre eingeleitet wird (retrograde Urethrographie).

Bei Menschen jeden Alters oder Geschlechts können sich Tumoren der Nieren und Harn­wege entwickeln. Viele von ihnen sind bösartig.

Nierenkrebs (Adenokarzinom der Niere; Nie­renzellkarzinom; Hypernephrom) ist bei Erwach­senen nicht sonderlich häufig; Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Raucher sind doppelt so stark gefährdet wie Nichtrau­cher, ein Nierenkarzinom zu entwickeln. Ande­re Risikofaktoren sind z. B. Kontakt mit giftigen Chemikalien und Fettleibigkeit.

Die meisten soliden Tumoren sind krebsartig, Nierenzysten (hohle, mit Flüssigkeit gefüllte Gewächse) dagegen normalerweise nicht. Fast alle Nierentumoren sind Nierenzellkarzinome; eine andere Form von Nierenkrebs (Wilms-Tu­mor ) tritt bei Kindern auf.

Symptome und Diagnose

Meistens ist blutiger Urin das erste Symptom; allerdings kann die Blutmenge so gering sein, dass sie nur unter dem Mikroskop zu erkennen ist. Doch der Urin kann auch deutlich rot gefärbt sein. Weitere, sehr häufig auftretende Sympto­me sind Schmerzen in der Seite, Fieber und Gewichtsverlust. Manchmal wird ein Nieren­tumor entdeckt, wenn der Arzt eine Vergröße­rung oder eine Geschwulst im Unterleib ertas­tet. Ein Tumor kann zufällig entdeckt werden, wenn ein anderes Problem abgeklärt wird.

Krebs der Nieren und Harnwege

Nierenkrebs

KAPITEL 151

Behandlung

Geringfügigere Quetschungen der Harnröhre, bei denen kein Urin austritt, werden behandelt, indem ein Katheter in die Blase eingeführt wird. Er leitet einige Tage den Urin ab, bis die Harn­röhre abgeheilt ist. Bei allen anderen Verlet­zungen muss der Urin durch einen direkt in die Blase gelegten Katheter um die Harnröhre her­um geleitet werden. Eine Verengung der Harn­röhre kann chirurgisch behoben werden.

Die Zahl der roten Blutkörperchen kann stark ansteigen. Dies führt zu einer sekundären Poly­zythämie. Sie beruht darauf, dass die erkrankte Niere sehr viel Erythropoietin produziert, ein Hormon, welches das Knochenmark verstärkt zur Bildung von roten Blutkörperchen anregt. Auf der anderen Seite kann Nierenkrebs auch zu einer Abnahme der Zahl von roten Blut­körperchen führen, weil mit dem Urin Blut ver­loren geht. Einige Patienten entwickeln einen ungewöhnlich hohen Blutkalziumspiegel (Hyperkalzämie).

Bei einem Verdacht auf Nierenkrebs kann der Tumor durch intravenöse Urographie, Ultra­schall und Computertomographie diagnostiziert werden. Mit einer Kernspintomographie erhält man Angaben, wie weit sich der Tumor in die umliegenden Gewebe einschließlich der Venen ausgebreitet hat. Ist der Tumor hohl (eine Zys­te), kann aus ihm mit einer Nadel Flüssigkeit abgezogen und untersucht werden.

Behandlung 

Beschränkt sich der Krebs ausschließlich auf die Niere, sind die Heilungsaussichten relativ gut, wenn die betroffene Niere und die Lymph­knoten entfernt werden. Dann werden unter Umständen nur der Tumor und ein Rand an­grenzenden normalen Gewebes entfernt; der Rest der Niere wird verschont. Manchmal muss jedoch die ganze Niere entfernt werden.

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