Kapitel 159SÄURE-BASEN-HAUSHALT923

Was ist der pH-Wert des Blutes?

Säuren und Basen werden nach der pH-Skala eingeteilt, die von 0 (stark sauer) bis 14 (stark basisch oder alkalisch) reicht. Ein pH von 7,0, genau in der Mitte der Skala, ist der neutrale Wert. Blut ist normalerweise leicht basisch, mit einem pH-Wert zwischen 7,35 und 7,45. Um ord­nungsgemäß zu funktionieren, muss der Körper den Blut-pH-Wert im Bereich von 7,4 halten.

Sehr junge, vor allem Frühgeborene, und sehr alte Menschen sind besonders anfällig für Stö­rungen im Wasserhaushalt. Bei beiden Gruppen arbeiten die Nieren schwächer als während des übrigen Lebens. Deshalb können frühgeborene Babys sehr leicht austrocknen, vor allem bei Durchfällen. Eine Hyperhydratation kann auf­treten, wenn sie zu viel Flüssigkeit intravenös erhalten.

Der Gehalt des Blutes an Säuren und Basen be­stimmt einige seiner wichtigen Eigenschaften. Der Säuregehalt erhöht sich, wenn die Menge von Säurebildnern im Körper ansteigt oder wenn der Spiegel von basischen (alkalischen) Stoffen im Körper abfällt. Die Säure-Basen-Haushalt im Blut wird genau geregelt, weil schon geringe Abweichungen vielen Organen schwer schaden können.

Eine Möglichkeit, den pH-Wert des Blutes normal zu halten, ist die Ausscheidung von Kohlendioxid über die Lunge. Kohlendioxid ist schwach sauer und entsteht als Endprodukt der Stoffwechselreaktionen mit Sauerstoff, den die Zellen ununterbrochen verarbeiten und ins Blut abgeben. Dieses befördert es zur Lunge, wo es ausgeatmet wird. Wenn sich Kohlendioxid im Blut anreichert, fällt der pH-Wert des Blutes. Das Gehirn steuert die ausgeatmete Menge Koh­lendioxid über die Geschwindigkeit und Tiefe der Atemzüge. Je schneller und tiefer man at­met, desto mehr Kohlendioxid wird ausgeatmet, desto mehr steigt der Blut-pH-Wert an.

Auch die Nieren beeinflussen den pH-Wert des Blutes, und zwar durch verstärkte oder ver­minderte Ausscheidung von Säuren und Basen. Dieser Vorgang geschieht aber deutlich lang­samer als bei der Lunge. Darum braucht es ge­wöhnlich mehrere Tage, bis sich der Säure-Basen-Haushalt durch die Nierentätigkeit verändert.

Darüber hinaus enthält das Blut Puffersyste­me, die einen plötzlichen Anstieg der Säuren und Basen bis zu einem gewissem Maß abfangen

Alterserscheinungen

Säure-Basen-Haushalt 

Ältere Menschen sind besonders anfällig für Dehydratation. Häufige Ursachen sind Ver­wirrtheit und Krankheiten, die es erschweren, sich etwas zu trinken zu holen. Zusätzlich emp­finden ältere Menschen Durst langsamer und weniger intensiv als jüngere Menschen; deshalb trinken sie meist zu wenig. Darüber hinaus haben ältere Menschen einen höheren Anteil an Körperfett. Weil Fett weniger Wasser enthält als mageres Gewebe, nimmt der Wasseranteil im Körper mit zunehmendem Alter ab.

KAPITEL 159

können. Die Puffer bestehen aus Kombinatio­nen von schwachen Säuren und Basen, die sich unter normalen pH-Bedingungen im Gleichge­wicht befinden. Das wichtigste Puffersystem im Blut sind die Kohlensäure als schwache Säure und Bikarbonat-Ionen als entsprechende schwache Base.

Azidose und Alkalose sind Störungen im Säure-Basen-Haushalt. Bei der Azidose ist der pH-Wert niedrig, weil zu viel Säure oder zu wenig Basen im Blut sind. Bei der Alkalose ist der pH-Wert höher, weil das Blut zu basisch ist. Azidose und Alkalose sind keine Krankheiten, sondern vielmehr die Auswirkungen einer gan­zen Reihe von Störungen. Das Auftreten einer Azidose oder Alkalose weist immer auf ein ernstes Grundproblem hin.