Kapitel 168KARZINOIDE965

Behandlung

Karzinoide sind Wucherungen, die eine über­mäßige Menge hormonähnlicher Substanzen produzieren.

Karzinoide entstehen gewöhnlich in den hor­monbildenden Zellen im Dünndarm oder im übrigen Magen-Darm-Trakt. Sie können auch in der Bauchspeicheldrüse, den Hoden, den Eier­stöcken und der Lunge auftreten. Karzinoide können reichlich hormonähnliche Substanzen bilden, z. B. Serotonin, Bradykinin, Histamin und Prostaglandin. Ihr Überschuss kann vielfäl­tige Symptome hervorrufen, die als Karzinoid-Syndrom bezeichnet werden.

Wenn Karzinoide im Verdauungstrakt oder in der Bauchspeicheldrüse auftreten, gelangen die Stoffe, die sie bilden, in ein Blutgefäß, das direkt zur Leber führt (Pfortader), wo sie von Enzymen zerstört werden. Daher verursachen Karzinoide im Verdauungstrakt meist keine Symptome, bis Metastasen die Leber befallen.

Die Symptome des Karzinoid-Syndroms rich­ten sich nach der durch die Karzinoide gebil­deten Substanz.

Symptome

Die Symptome beim Karzinoid ähneln denen anderer Tumoren im Magen-Darm-Bereich: krampfartige Schmerzen und Veränderungen des Stuhlgangs als Folge von Verstopfung.

Weniger als zehn Prozent der Betroffenen ent­wickeln Symptome des Karzinoid-Syndroms. Die häufigsten und frühesten Symptome sind unangenehme Rötungen, die bevorzugt an Kopf und Hals auftreten. Das Erröten wird als Folge

Karzinoide 

KAPITEL 168

Bei einem medullären Schilddrüsentumor wird meist die Schilddrüse entfernt, wenn MEN 2A oder MEN 2B nachgewiesen sind. An­ders als bei anderen Formen des Schilddrüsen­krebses kann diese Art nicht mit radioaktivem Jod behandelt werden.

Nach der Entfernung der Schilddrüse ist ein lebenslanger Ersatz der Schilddrüsenhormone notwendig.

Die Veränderungen der einzelnen Drüsen wer­den individuell behandelt. Tumoren können entfernt werden. Das hormonelle Gleichge­wicht kann durch Medikamente, die die über­schießende Wirkung der Hormone ausgleichen, wiederhergestellt werden. Bei einer vergrößer­ten und überaktiven Drüse ohne Tumor können Medikamente die Überaktivität ausgleichen.

der Weitstellung von Blutgefäßen häufig durch Emotionen, oft auch durch Essen und Trinken von Alkohol oder heißen Getränken bewirkt. Die Rötungen können sich abwechseln mit Zei­ten, in denen die Haut bläulich erscheint. Star­ke Kontraktionen des Darms können zu Bauch­krämpfen und Durchfall führen. Der Darm ist oft nicht mehr ausreichend in der Lage, Nähr­stoffe aufzunehmen, was zu einer Mangeler­nährung und fettigen, faulig riechenden Stüh­len führen kann.

Es können Schäden am Herzen auftreten, und die Füße und Beine können anschwellen (Öde­me). Keuchen und Atemnot können sich als Folge des behinderten Luftstroms in der Lunge einstellen. Einige Patienten mit Karzinoid-Syn­drom verlieren das Interesse am Sex, manche Männer werden impotent.

Diagnose

Wenn die Symptome einen Verdacht auf ein Karzinoid nahe legen, kann die Menge von 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA) – eines der chemischen Nebenprodukte von Serotonin – im 24-Stunden-Sammelurin bestimmt werden. Wenigstens drei Tage vor diesem Test darf der Betreffende nichts mehr essen, was viel Sero­tonin enthält: also z. B. Bananen, Tomaten, Pflaumen, Avocados, Ananas, Auberginen und Walnüsse.

Medikamente wie Guaifenesin (enthalten in manchen Hustensäften), Methocarbamol (ein Mittel zur Muskelentspannung) und Pheno­thiazin (bei Psychosen) können die Unter­suchungsergebnisse beeinträchtigen.