Untersuchung von Spenderblut auf Krankheitserreger

Das Transfusionsblut kann Erreger einer ansteckenden Krankheit, die im Spender­blut enthalten sind, auf den Empfänger übertragen. Deshalb wird das gespendete Blut sorgfältig auf Antikörper gegen die Erreger von ansteckenden Krankheiten untersucht, so auf die von virusbedingten Leberentzündungen, Aids und Syphilis.

Virushepatitis Gespendetes Blut wird überprüft, ob es mit den Erregern von Hepatitis B oder C infiziert ist, die bei Bluttransfusionen übertragen werden können. Diese Tests können zwar nicht alle Virusvarianten er­kennen, aber aufgrund der verbesserten Untersuchungsmethoden besteht nur noch ein minimales Risiko, sich durch eine Bluttransfusion mit Hepatitis zu infizieren.

Aids Jedes Spenderblut wird auf Antikörper gegen HI-Viren, die Erreger der Immun­schwächekrankheit Aids, geprüft. Der Test ist nicht absolut verlässlich, aber als mögliche Spender werden ohnehin Men­schen mit einem erhöhten Risiko für eine HIV-Infektion ausgeschlossen (z. B. Rauschgiftkonsumenten, solche mit ris­kantem Sexualverhalten).

Syphilis Mit Bluttransfusionen wird nur selten Syphilis übertragen. Die Blutspender wer­den nicht nur untersucht, sondern auch das Spenderblut wird auf Antikörper gegen Syphilis getestet. Die Blutkonser­ven werden darüber hinaus auf sehr nied­rige Temperaturen heruntergekühlt – Tem­peraturen, die Syphiliserreger abtöten.

Bei einer Bluttransfusion werden Blut oder Blutbestandteile von einer Person (Spender) auf eine andere (Empfänger) übertragen.

Bluttransfusionen dienen dazu, die Kapazität des Blutes, Sauerstoff zu transportieren, zu ver­bessern, dem Körper nach Blutverlusten die nö­tige Blutmenge zurückzugeben, die Abwehrkraft zu stärken und Störungen der Blutgerinnung auszugleichen. Typische Empfänger sind Un­fallopfer, Patienten, die operiert werden, oder bei denen Krebs (z. B. Leukämie) oder andere Krankheiten (z. B. Sichelzellenanämie oder Thalassämie) behandelt werden.

Das so genannte Transfusionsgesetz reguliert in Deutschland die Sammlung, Lagerung und den Transport von Blut und seinen Bestandteilen. Die Vorschriften wurden zum Schutz der Spender und der Empfänger erlassen. Durch sie ist der Empfang von Spenderblut und den daraus her­gestellten Produkten sehr sicher geworden. Den­noch bergen Bluttransfusionen für den Emp­fänger weiterhin Risiken, wie z. B. allergische Reaktionen, Fieber und Schüttelfrost, Überlas­tung des Blutvolumens und Infektionen mit Bakterien und Viren. Seit die möglichen Spender von Blut auf das Vorliegen einer Infektion mit HIV, Hepatitis B und C getestet werden, ist das Risiko, durch die Gabe von Fremdblut oder Blut­produkten mit den entsprechenden Krankheiten infiziert zu werden, äußerst gering geworden.

Der Vorgang des Blutspendens dauert etwa eine Stunde. Potenzielle Blutspender müssen vom ärztlichen Personal, das die Blutspende vor­nimmt und überwacht, als dafür geeignet be­funden werden. Die Spender werden vorher un­tersucht, um sicherzugehen, dass sie gesund sind. Faktoren, die Freiwillige als Blutspender ausschließen können, sind z. B. Krankheiten wie Hepatitis, Herzschwäche, Krebserkrankun­gen, schwere Formen von Asthma, Störungen im Blut, möglicher Kontakt zu Prionenerkran­kungen (neue Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit ), Aids und Verhaltensweisen, die nahe legen, dass der Betreffende mit dem Aids­virus in Kontakt kommt.

Blutspenden

KAPITEL 171

Bluttransfusion

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