KREBS

180    Krebs – ein Überblick 
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1025
Wie sich Krebs entwickelt und ausbreitet
Krebsarten
Risikofaktoren
Die körpereigene Krebsabwehr
181    Symptome und Diagnose 
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1029
Schmerzen
Blutungen
Gewichtsverlust und Müdigkeit
Geschwollene Lymphknoten
Depressionen 
Neurologische 
und muskuläre Symptome
Symptome der Atemwege 
Früherkennungsuntersuchungen
Diagnoseverfahren und Stadien
182    Vorbeugung gegen Krebs und Behandlungen 
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1036
Operation
Bestrahlung
Chemotherapie
Immuntherapie
Kombinationstherapie
Alternative Heilmethoden
Nebenwirkungen der Behandlungen
ABSCHNITT 15

Ein Krebsgeschwür besteht aus einer Gruppe von Zellen (die gewöhnlich alle von einer Ur­sprungszelle abstammen), welche ihre normalen Regulationsmechanismen verloren haben und nun unkontrolliert wachsen. Solche bösartigen (malignen) Zellen können sich in jedem Gewebe und Organ bilden. Wenn Krebszellen wachsen und sich vermehren, entsteht Krebsgewebe – der Tumor –, das in das angrenzende gesunde Gewe­be eindringt und es zerstört. Der Begriff »Tu­mor« bezieht sich auf jede ungewöhnliche Ge­webemasse; Tumoren können gutartig (benigne) und bösartig (maligne) sein. Krebszellen aus dem ursprünglichen Tumor (Primärherd) können sich im ganzen Körper ausbreiten (metastasieren).

Die Entwicklung von gesunden Zellen zu Krebszellen verläuft in einem komplizierten

Wie sich Krebs entwickelt 

und ausbreitet 

KAPITEL 180

Krebs – ein Überblick

Prozess. Der erste Schritt ist die Initiation, bei der eine Veränderung des Erbguts (der DNA und mitunter der Chromosomenstruktur) die Zelle veranlasst, zu einer Krebszelle zu werden. Diese Erbgutveränderung kann spontan auftreten oder durch einen Krebserreger (Karzinogen) aus­gelöst werden. Zu den Karzinogenen zählen viele chemische Stoffe, Tabak, Viren, radioakti­ve Strahlung und Sonnenlicht. Allerdings re­agieren nicht alle Zellen gleichermaßen emp­findlich auf Karzinogene. Manche Zellen sind durch einen genetischen Defekt anfälliger. Selbst anhaltende physische Reizung kann eine Zelle empfindlicher auf Karzinogene reagieren lassen.

Der zweite und endgültige Schritt nennt sichPromotion. Stoffe, die Derartiges verursachen, heißen Promotoren. Diese können Substanzen aus der Umgebung oder Medikamente (z. B. Bar­biturate) sein. Im Gegensatz zum Karzinogen ist der Promotor an sich nicht Krebs erregend. Er gestattet jedoch einer Zelle, die ihre Initi-