Kapitel 189IMPFUNGEN ZUR KRANKHEITSVORBEUGUNG1089

Infektionen durch medizinische Instrumente und Implantate

Mikroorganismen können mit medizini­schen Instrumenten, wie einem Katheter, und eingepflanzten Teilen, wie einem Hüftgelenk oder einer Herzklappe, in den Körper gelangen und sich dort vermeh­ren. Vielleicht befanden sich die Erreger bereits beim Einführen oder Einsetzen an dem Instrument oder der Prothese (ver­sehentliche Kontamination), oder sie ha­ben sich mit dem Blut von einer infizier­ten Körperstelle ausgebreitet und sich auf dem bereits eingepflanzten Implan­tat angesiedelt. Da das Implantat keine natürlichen Abwehrkräfte hat, können die Erreger darauf gedeihen, sich aus­breiten und Krankheiten hervorrufen.

Bei schweren Verbrennungen besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, weil die geschädigte Haut das Eindringen von Keimen nicht ver­hindern kann. Das Gleiche gilt, wenn Fremd­material in den Körper eingeführt wird; solche medizinische Eingriffe sind beispielsweise das Einführen eines Katheters in die Harnwege oder in ein Blutgefäß und das eines Tubus in die Luft­röhre. Viele Medikamente können die Immun­reaktion unterdrücken, z. B. Mittel zur Chemo­therapie, Mittel, die die Organabstoßung nach einer Transplantation verhindern sollen, sowie Kortison. Auch eine Strahlentherapie kann das Immunsystem schwächen, besonders dann, wenn das Knochenmark bestrahlt wird.

Aidskranke verlieren besonders im Spätsta­dium der Krankheit die Fähigkeit, gewisse In­fektionen zu bekämpfen. Sie sind besonders durch opportunistische Infektionen – das sind solche durch Erreger, die bei Menschen mit in­taktem Immunsystem kein Krankheit auslösen – gefährdet. Auch andere Infektionen verlaufen bei ihnen schwerer.

Ältere Menschen leiden häufiger unter Infek­tionskrankheiten als jüngere, und diese verlau­fen im Allgemeinen schwerer – wahrscheinlich deshalb, weil die Abwehrkraft mit zunehmen­dem Alter nachlässt . Zudem erhöhen viele chronische Erkrankungen, die bei älteren Men­schen häufig sind – wie eine chronisch-obstruk­tive Lungenerkrankung, Krebs und Diabetes mellitus – das Infektionsrisiko. Darüber hinaus

Impfungen aktivieren und verstärken die Ab­wehrkräfte des Körpers gegen bestimmte Bakte­rien und Viren und schützen so vor Erkrankun­gen. Es gibt zwei Typen von Impfungen: aktive und passive Immunisierung.

Bei der aktiven Immunisierung werden Impf­stoffe (Vakzine) eingesetzt, die die Abwehrkraft des Körpers mobilisieren. Impfstoffe enthalten entweder nichtinfektiöse Teilstücke von Bakte­rien und Viren oder abgeschwächte Erreger, die

Impfungen zur Krankheits-

vorbeugung

leben viele alte Menschen in einer betreuten Einrichtung, wo das Risiko, sich eine schwere Infektion zuzuziehen, erhöht ist. Im Kranken­haus führt der häufige Einsatz von Antibiotika dazu, dass Bakterien gegen diese Mittel resis­tent werden; Infektionen mit diesen Erregern sind dann oft schwieriger zu bekämpfen als In­fektionen, die man sich zu Hause zugezogen hat.

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keine Infektionen mehr auslösen können. Das Immunsystem reagiert auf einen Impfstoff, in­dem es z. B. Antikörper und weiße Blutkörper­chen produziert, die das im Impfstoff enthal­tene Bakterium oder Virus erkennen und gezielt angreifen. Diese Substanzen werden immer dann schnell und in großer Menge produziert,

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