Kapitel 195PILZINFEKTIONEN1135

Symptome

Pilze bilden eine eigenständige Gruppe von Organismen, die Menschen infizieren können; zu dieser Gruppe gehören z. B. Hefepilze, Schimmelpilze und Speisepilze, wie Champi­gnons.

Einige Pilze vermehren sich durch die Ver­breitung von mikroskopisch kleinen Sporen. Diese schweben häufig in der Luft. Aufgrund ihrer großen Zahl, die auf die Haut und mit der Atemluft in die Lunge gelangen, können einige Arten Infektionen verursachen. Sie sind jedoch relativ unbedeutend und breiten sich nur selten auf andere Teile des Körpers aus. In der Regel sind Pilzinfektionen nicht ansteckend.

Einige Pilzarten, wie Vertreter der GattungCandida , gehören zur normalen Haut- und Darmflora. Diese Pilze können zwar Infektio­nen der Haut und der Nägel , der Scheide ,

Pilzinfektionen

KAPITEL 195

Diagnose

Die Symptome sind verschieden, je nach Zahl der eingedrungenen Larven, dem befallenen Ge­webe und dem körperlichen Zustand des Betrof­fenen. Viele Infizierte haben überhaupt keine Krankheitszeichen. Manchmal setzen ein bis zwei Tage nach dem Verzehr von infiziertem Fleisch Durchfall, Bauchkrämpfe und leichtes Fieber ein. Die durch den Larvenbefall aus­gelösten Symptome beginnen jedoch erst nach sieben bis 15 Tagen.

Hauptsymptome einer Trichinose sind Mus­kelschmerzen, Schwächegefühl, Muskelkater, Fieber und eine Schwellung der oberen Augen­lider. Besonders ausgeprägt sind die Schmerzen in der Atmen-, Sprech-, Kau- und Schluckmus­kulatur. Zusätzlich kann ein nichtjuckender Ausschlag auftreten, und einige Betroffene lei­den unter Durchfall. Manchmal kommt es zu Blutungen im Auge, sodass sich das Weiße rot färbt; die Augen schmerzen und werden licht­empfindlich.

Ohne Behandlung klingen die meisten Sym­ptome nach dem dritten Monat wieder ab, aller­dings können sich unbestimmte Muskelschmer­zen und Müdigkeit monatelang fortsetzen.

Eine Trichinose lässt sich nicht durch eine mi­kroskopische Untersuchung des Stuhls diagnos­tizieren. Blutuntersuchungen auf Antikörper gegen Trichinella sind recht zuverlässig, doch nur, wenn die Untersuchungen zwei bis drei Wo­chen nach dem Ausbruch der Krankheit durch­geführt werden. Die Diagnose des Arztes basiert auf den Symptomen und der erhöhten Anzahl von Eosinophilen (einer Art weißer Blutkörper­chen). Eine mikroskopische Untersuchung von entnommenem Muskelgewebe in der vierten Woche nach dem Befall kann Larven oder Zysten nachweisen, ist aber nur selten nötig.

Vorbeugung und Behandlung

Der Trichinose lässt sich vorbeugen, indem Schweine- und anderes Fleisch gründlich gegart wird. Auch das Einfrieren tötet die Larven ge­wöhnlich ab: bei minus 15 °C nach drei Wo­chen, bei minus 20 °C nach einem Tag.

Mebendazol und Albendazol helfen sicher gegen die Parasiten. Bettruhe und Schmerzmit­tel lindern die Muskelschmerzen. Mit Korti­sonpräparaten wie Prednison lassen sich die Herz- und Gehirnentzündung bekämpfen.

des Mundes und der Nasennebenhöhlen

hervorrufen, verursachen aber nur selten grö­ßere Probleme, es sei denn der Betroffene hat eine geschwächtes Immunsystem oder Fremd­material im Körper (wie einem intravenösen Katheter).

Manchmal wird das Bakteriengleichgewicht, das das Wachstum der Pilze begrenzt, gestört, und es kommt zu einer Infektion. Eine Antibio­tikabehandlung kann solche nützlichen Bak­terien beispielsweise abtöten, sodass sich die Pilze ungehindert vermehren können. Wenn sich anschließend die normale Bakterienflora wie-

siehe Seite 1209 
siehe Seite 1354 
siehe Seiten 654  und 673 
siehe Kasten Seite 1250