Kapitel 196VIRUSINFEKTIONEN1139

Mulcharten vor. Deshalb infizieren sich am häufigsten Bauern, Gärtner und Gartengestalter mit diesem Pilz.

Gewöhnlich betrifft die Sporothrixmykose die Haut und die in der Nähe liegenden Lymph­gefäße. Sehr selten werden Knochen, Gelenke, Lunge und anderes Gewebe infiziert.

Der Beginn einer Infektion der Haut und der nahe liegenden Lymphgefäße äußert sich ge­wöhnlich an einem Finger als kleines, unemp­findliches Knötchen, das sich langsam vergrö­ßert und zu einem Geschwür heranwächst. In den folgenden Tagen und Wochen breitet sich die Infektion über die Lymphbahnen von den Fingern durch die Hand und den Arm bis zu den Lymphknoten aus, wobei sich entlang des Ver­laufs Knoten und Geschwüre bilden. Selbst in diesem Stadium hat der Betroffene kaum Sym­ptome.

Ist die Lunge infiziert, kann eine Lungenent­zündung entstehen, begleitet von leichten

Viren sind kleine infektiöse Organismen – viel kleiner als Pilze und Bakterien –, die sich nur in lebenden Zellen vermehren können. Viren heften sich an die Zellen und dringen in sie ein. Im Inneren der Zellen setzen die Viren ihre DNA oder RNA frei, die die Erbinformation enthält, die nötig ist, um neue Viren zu bilden. Sie übernehmen die Kontrolle über gewisse Me­chanismen im Zellstoffwechsel und bewirken, dass die Zelle neue Viren produziert. Gewöhn­lich sterben infizierte Zellen ab, weil die Viren ihre normale Funktion verhindern. Bevor sie absterben, setzen die Zellen neue Viren frei, die nun andere Zellen infizieren können.

Einige Viren töten die befallenen Zellen nicht, sondern verändern die Zellfunktionen, z. B. so, dass die Zellen ihre Kontrolle über die normale Zellteilung verlieren und krebsartig werden. Andere Viren bringen einen Teil oder ihre ge­samte Erbinformation in die DNA der Wirts­zellen ein, wo sie längere Zeit inaktiv bleiben

Virusinfektionen

KAPITEL 196

Brustschmerzen und Husten; meistens treten diese aber bei Menschen auf, die schon an einer anderen Lungenerkrankung leiden, beispiels­weise an einem Emphysem. Gelenkinfektionen führen zu Schwellungen und machen Bewegun­gen schmerzhaft. Selten entwickeln sich Infek­tionen in anderen Bereichen.

Die charakteristischen Knötchen und Ge­schwüre können dem Arzt den Verdacht nahe legen, dass es sich bei der Krankheit um eine Sporothrixmykose handelt. Bestätigen lässt sich dies durch Kulturen und die Identifizierung der Pilze aus Proben von infiziertem Gewebe.

Symptome und Diagnose
Prognose und Behandlung

Eine Sporothrixmykose auf der Haut breitet sich normalerweise nur sehr langsam aus. Sie wird oral mit Itraconazol behandelt. Auch Lun­gen- und Knocheninfektionen können mit die­sem Mittel behandelt werden. Bei einer lebens­gefährlichen Infektion, die den ganzen Körper betrifft, wird Amphotericin B intravenös gege­ben.

kann. Wird die DNA irgendwann aktiviert, ver­mehren sich die Viren und lösen eine Krankheit aus.

Jede Virenart infiziert gewöhnlich nur be­stimmte Zelltypen. So infizieren Grippeviren nur Zellen im oberen Bereich der Atemwege. Zudem bevorzugen die meisten Viren ganz be­stimmte Wirte, ob Pflanzen, Tiere oder Men­schen.

Viren werden auf unterschiedlichen Wegen übertragen. Manche werden verschluckt, ande­re eingeatmet, wiederum andere durch Stiche und Bisse von Insekten und anderen Blut sau­genden Parasiten (z. B. Mücken und Zecken) übertragen.

Der Körper hat eine Reihe Abwehrmöglich­keiten gegen Viren entwickelt. Physikalische Barrieren, wie Haut und Schleimhäute, verweh­ren den Eintritt in den Organismus. Außerdem stellen die infizierten Zellen Interferone her, eine Gruppe von Glykoproteinen, die nicht in-