Kapitel 201JUCKENDE UND NICHTINFEKTIÖSE HAUTAUSSCHLÄGE1175

Personen jedoch selbst eine allergische Reak­tion hervorrufen.

Bei bestimmten Arten von Juckreiz sollten Antihistaminika zum Einnehmen den äußer­lich angewandten vorgezogen werden. Die in­nerlich gebrauchten hemmen in erster Linie die allergische Reaktion.

Entzündungshemmende Mittel: Kortisone wirken Entzündungen entgegen. Durch sie klin­gen Schwellung, Juckreiz und Hautrötung ab. Kortisone eignen sich vor allem bei allergiebe­dingten Hautausschlägen und entzündlichen Reaktionen. Da sie die Widerstandskraft gegen Infektionen durch Bakterien und Pilze herab­setzen, dürfen sie normalerweise nicht auf infi­zierten Hautbereichen oder Wunden angewandt werden. Manchmal werden Kortisone mit Me­dikamenten gegen Pilze kombiniert, um einen durch Pilze hervorgerufenen Juckreiz zu lindern.

Zur äußeren Anwendung gibt es Kortisone in Lotionen, Cremes und Salben. Von der Art des Kortisons und seiner jeweiligen Konzentration hängt es ab, wie stark das Präparat wirkt. Hydro­kortison gibt es in Konzentrationen bis 0,25 Prozent rezeptfrei. Stärkere Mittel und solche mit anderen Kortisonen sind verschreibungs­pflichtig. Wenn es notwendig ist, wird zunächst ein stark wirkendes Kortison verschrieben und

Juckreiz und Hautausschläge können sich auf-

grund von Infektionen, Hautreizungen und einer Immunreaktion entwickeln. Einige Ausschlag­typen kommen vorwiegend bei Kindern vor , andere fast nur bei Erwachsenen. Manchmal wird eine Immunreaktion von Substanzen her­vorgerufen, die der Betroffene berührt oder isst, doch in vielen Fällen ist nicht bekannt, warum das Immunsystem mit Hautausschlag reagiert.

Die Diagnose basiert auf dem Aussehen des Ausschlags. Bei hartnäckigem Ausschlag, der nicht auf Behandlung reagiert, wird unter Um­ständen ein kleines Stück Haut entnommen und unter dem Mikroskop untersucht (Biopsie).

Juckende und nichtinfektiöse

Hautausschläge

später auf ein schwächer wirkendes Mittel ge­wechselt. Die Präparate werden im Allgemeinen nicht öfter als zweimal täglich sparsam auf­tragen. Das Gesicht und Kinderhaut reagieren besonders empfindlich auf Kortisone.

Wird eine stärkere Dosierung benötigt, kön­nen Kortisone direkt unter die Haut gespritzt werden. Die Aufnahme des Hormons in den Körper und damit die Wirkung lassen sich auch dadurch steigern, dass man einen Okklusivver­band anlegt. Dann deckt man das aufgetragene Präparat über Nacht mit Folie ab. Okklusiv­verbände sind einer Hochdosisbehandlung ver­gleichbar. Sie haben ein großes Risiko für unerwünschte Wirkungen und bleiben im All­gemeinen der Behandlung von Erkrankungen wie Schuppenflechte und starken Ekzemen vorbehalten.

Desinfizierende Mittel: Vor der Infektion mit Viren, Bakterien, Pilzen und Parasiten schützt man die Haut am besten durch gründliches Waschen mit Wasser und Seife. Stärkere Des­infektionsmittel werden lediglich vor Operatio­nen eingesetzt. Eine infizierte Haut kann mit äußerlich oder innerlich anzuwendenden Medi­kamenten behandelt werden. Dabei bestimmt die Art der Infektion die Wahl des Medika­ments.

KAPITEL 201

Juckreiz kann durch eine Hautkrankheit oder eine Erkrankung, von der der gesamte Organis­mus betroffen ist, verursacht sein. Hauterkran­kungen mit heftigem Juckreiz sind beispiels­weise Parasiteninfektionen (Krätze, Milben,

Juckreiz

Auf Juckreiz (Pruritus) reagieren alle Menschen instinktiv mit Kratzen.

siehe Kasten Seite 354 
siehe Seite 1510 
siehe Seite 1172