Pilze, die die Haut infizieren können (Dermato­phyten), siedeln sich in der toten, obersten Hautschicht (Stratum corneum) an und dringen nicht in tiefere Hautschichten vor.

Pilze bevorzugen normalerweise feuchtes Mi­lieu, am Körper also die Bereiche, wo Haut auf Haut trifft: zwischen den Zehen, in der Leiste und unter der Brust. Weil übergewichtige Per­sonen mehr Hautfalten haben, sind sie anfälli­ger für Pilzinfektionen, desgleichen Diabetiker.

Pilzinfektionen können an einer von der In­fektion nicht befallenen Stelle Hautverände­rungen verursachen. So kann Fußpilz beispiels­weise einen juckenden, rauen Ausschlag an den Fingern hervorrufen. Diese Hautveränderungen (Dermatophytide oder »id«-Reaktionen) sind allergische Reaktionen auf den Pilz und resul­tieren nicht aus einer Berührung des infizierten Bereichs.

Zeigt sich ein roter Ausschlag mit Hautrei­zung an einer der üblicherweise betroffenen Stellen, besteht Verdacht auf eine Pilzinfektion. Um die Diagnose zu bestätigen, kann der Arzt von der obersten Hautschicht eine Probe ab­kratzen, sie mikroskopisch untersuchen oder eine Kultur anlegen .

Pilzinfektionen der Haut werden nach den Stellen unterteilt, an denen sie auftreten.

Fußpilz (Athletenfuß, Tinea pedis) kommt vor allem bei warmem Wetter häufig vor. Die Infektion kann sich in feuchter Umgebung, wo man sich barfuß bewegt (Dusche, Badezimmer), von einem zum anderen ausbreiten. Sie wird normalerweise durch Trichophyton oder Epi­dermophyton ausgelöst – Pilze, die bei den feuchtwarmen Bedingungen im Zehenzwi­schenraum hervorragend gedeihen. Diese Pilz­infektion kann als einziges Symptom eine ganz leichte Schuppung verursachen, genauso gut aber auch eine stärkere Schuppung mit jucken­dem, rauem, schmerzhaftem Ausschlag zwi­schen den Zehen und an den Fußseiten; manch­mal sind sogar die Fußnägel befallen. Es können sich mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen ent­wickeln. Wird die Haut rissig, kann sich eine

Tinea

KAPITEL 210

Pilzinfektionen der Haut

bakterielle Infektion aufpfropfen, vor allem

bei älteren Menschen und Personen mit schlecht durchbluteten Füßen.

Nagelpilz (Tinea unguium, Onychomykose ) ist eine Infektion der Nägel, verursacht durchTrichophyton. Der Pilz sitzt in dem sich neu bildenden Nagelanteil. Die Nägel verdicken, werden glanzlos und sehen fehlgebildet aus. Die Infektion tritt an den Zehennägeln wesentlich häufiger auf als an den Fingernägeln. Ein infi­zierter Zehennagel kann sich vom Zeh ablösen, abbröckeln und abschilfern.

Pilzerkrankung der Leistenregion (Tinea ingui­nalis) kommt wesentlich häufiger bei Männern vor als bei Frauen und tritt vornehmlich bei warmem Wetter auf. Die Infektion beginnt in den Hautfalten der Genitalregion und kann sich auf die inneren Oberschenkel ausbreiten. Ge­wöhnlich ist der Hodensack nicht betroffen. Der Ausschlag hat einen rosafarbenen, schuppi­gen Rand und kann heftig jucken und sogar schmerzen. Anfällige Personen bekommen die Krankheit immer wieder.

Pilzerkrankung der Kopfhaut (Tinea capitis) wird von Trichophyton verursacht. Sie ist äußerst ansteckend und kommt vor allem bei Kindern vor . Sie kann einen rosafarbenen, schuppigen, manchmal juckenden Ausschlag verursachen, manchmal auch kahle Flecken oh­ne Hautausschlag. Seltener führt die Infektion zu einem schmerzhaften, geschwollenen Fleck auf dem Kopf, der manchmal eitert (Kerion); dabei handelt es sich um eine allergische Re­aktion auf den Pilz.

Körperpilz (Tinea corporis) kann von Tricho­phyton, Microsporum und Epidermophyton hervorgerufen werden. Die Infektion verur­sacht rosarote, ringförmige Hautveränderungen mit schuppigem Rand und glattem Zentrum. Manchmal juckt der Ausschlag. Körperpilz kann sich überall auf der Haut entwickeln, sich rasch über den Körper ausbreiten und auch an­dere Personen anstecken, mit denen es zu en­gem Körperkontakt kommt.

Bartflechte (Tinea barbae) kommt selten vor. Die meisten Hautinfektionen im Bartbereich

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