Kapitel 213GUTARTIGE HAUTTUMOREN1217

Diagnose, Vorbeugung und Behandlung

Hautgeschwülste sind eine ungewöhnliche An­sammlung verschiedener Zelltypen, die sich vom umliegenden Gewebe unterscheiden. Sie können von Geburt an vorliegen oder sich später entwickeln. Sie können erhaben oder flach sein; in ihrer Färbung variieren sie von dunkelbraun oder schwarz über fleischfarben bis zu rot.

Wenn sich die Zellen nicht in andere Körper­bereiche ausbreiten, sind die Hautgeschwülste (Tumoren) gutartig. Wachsen sie unkontrolliert und greifen sie auf anderes Gewebe über oder breiten sie sich sogar in andere Bereiche aus (metastasieren, Tochtergeschwülste bilden), sind die Tumoren bösartig (maligne).

Die meisten gutartigen Hauttumoren entste­hen aus unbekannter Ursache. Einige werden von Viren (z. B. Warzen), Allgemeinerkrankun­gen (z. B. Xanthelasmen oder Xanthome durch eine Fettstoffwechselstörung) bzw. von Um­weltfaktoren (z. B. Muttermale und Atherome durch Sonnenlicht) hervorgerufen.

Hierbei handelt es sich um einen kleinen, ge­wöhnlich dunklen Fleck, der sich aus Pigment produzierenden Hautzellen (Melanozyten) ent­wickelt.

Muttermale (Naevi) sind unterschiedlich groß, können flach oder erhaben, glatt oder rau

Muttermal, Leberfleck

Gutartige Hauttumoren

KAPITEL 213

gehend zu meiden und Sonnenschutzmittel ein­zusetzen. Wenn möglich sollten alle verdäch­tigen Medikamente und Chemikalien abgesetzt werden.

Kortisone zum Einnehmen helfen oft, den Heilungsprozess zu beschleunigen. Bei be­stimmten Formen der Lichtempfindlichkeit kann die Behandlung mit Psoralen (Medika­ment, das die Haut empfindlicher für Sonnen­licht macht) plus UV-A-Licht wirksam sein (PUVA) ; bei Lupus erythematodes darf das jedoch nicht geschehen.

Der Verdacht auf eine Lichtempfindlichkeits­reaktion ergibt sich, wenn ein Ausschlag nur auf der Haut auftritt, die dem Sonnenlicht aus­gesetzt ist. Um die Ursache herauszufinden, gilt es zu klären, ob Medikamente oder äußerlich angewandte Substanzen (z. B. Kosmetika) oder Erkrankungen, wie systemischer Lupus erythe­matodes, infrage kommen.

Bei extrem starker Lichtempfindlichkeit hilft nur, Kleidung zu tragen, die vor Sonnenein­strahlung schützt, direktes Sonnenlicht weit-

(warzenähnlich) sein, und es können auf ihnen Haare wachsen. In der Regel sind sie dunkel­braun oder schwarz; doch es gibt auch fleisch­farbene oder gelbbraune. Anfangs können sie rot sein, doch meist dunkeln sie nach.

Praktisch jeder Mensch hat einige Leberfle­cke, die meisten entstehen in der Kindheit oder Jugend. Wie alle Zellen reagieren die Pigment­zellen auf hormonelle Veränderungen. So kön­nen Leberflecke während einer Schwanger­schaft erstmals auftreten, größer oder dunkler werden. Einmal gebildete Leberflecke bleiben zeitlebens bestehen. Bei hellhäutigen Men­schen treten Leberflecke bevorzugt auf sonnen­exponierten Hautstellen auf.

Leberflecke bzw. Muttermale jucken und schmerzen nicht, und sie stellen auch keine Form von Krebs dar. Manche sind jedoch äu­ßerlich von einem malignen Melanom , einem Hautkrebs, nicht zu unterscheiden. Fast die Hälfte aller maligner Melanome entsteht aus einem Leberfleck. Deshalb sollte ein auch nur irgendwie verdächtig aussehender Fleck entfernt und mikroskopisch untersucht wer­den. Verändert sich ein Naevus – wird er größer (vor allem mit unregelmäßigem Rand), dunk­ler, entzündet er sich, weist er punktförmige Farbveränderungen auf oder Blutungen, bricht die Haut auf, beginnt er zu jucken oder zu

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