Kapitel 217ERKRANKUNGEN DES ÄUSSEREN OHRES1237

bei Logopäden erlernen. In den Programmen übt man, sich auf schwierige Kommunikations­situationen einzustellen und diese entweder zu verändern oder zu meiden.

Das äußere Ohr besteht aus der Ohrmuschel (Au­rikel) und dem äußeren Gehörgang (Meatus acus­ticus externus). Das äußere Ohr kann in seiner Funktion durch Verlegung, Infektionen (Ent­zündung des äußeren Gehörgangs und Perichon­dritis), Ekzeme und Tumoren behindert werden.

Der Gehörgang kann zwar durch Ohrenschmalz
(Cerumen) blockiert werden, doch selbst viel

Ohrenschmalz ruft selten Symptome wie Juck­reiz oder gar Schwerhörigkeit hervor. Ein Arzt kann den Schmalzpfropf durch Spülen mit war­mem Wasser entfernen. Bei einem Loch im Trommelfell darf der Gehörgang nicht gespült werden, weil Wasser ins Mittelohr geraten könn­te. Auch bei Ohrausfluss sollte nicht gespült wer­den, da dieser von einem Loch im Trommelfell herrühren kann. Dann kann das Ohrenschmalz mit einem einer Schlinge oder einem vaku­umerzeugenden Gerät entfernt werden.

Ohrenschmalz auflösende Mittel weichen den Pfropf auf. Anschließend wird das Ohr ge­spült , weil nur selten das gesamte Ohren­schmalz gelöst wird. Ohrenschmalz sollte nie auf eigene Faust entfernt werden. Derartige Ver­suche schieben den Pfropf gewöhnlich nur tiefer in den Gehörgang und können das Trom­melfell verletzen. Um das äußere Ohr zu pfle­gen, reicht das Waschen mit Wasser und Seife vollkommen aus.

Vor allem bei Kindern ist der Gehörgang manchmal durch Perlen, Radiergummis oder Bohnen verlegt. Solche Gegenstände kann der Arzt meist mit einem Haken oder einem vaku­umerzeugenden Gerät herausholen. Perlen las­sen sich mitunter ausspülen, Bohnen hingegen würden dadurch anschwellen und wären noch

Erkrankungen des äußeren Ohres

Verlegung

Menschen mit hochgradiger Schwerhörigkeit kommunizieren häufig über Gebärdensprache, die je nach Muttersprache unterschiedlich sein kann.

KAPITEL 217

schwieriger zu entfernen. Bei tiefer im Gehör­gang liegenden Fremdkörpern steigt die Gefahr, bei der Entfernung das Trommelfell zu verletzen.

Auch Insekten können in den Gehörgang geraten. Um das Tier zu töten, füllt der Arzt den Gehörgang mit Paraffin oder dem Betäubungs­mittel Lidokain. Dann lassen die Schmerzen sofort nach und das Tier kann leichter entfernt werden.

Eine Infektion des äußeren Gehörgangs wird als Otitis externa bezeichnet.

Die Infektion kann den gesamten Gehörgang betreffen (generalisierte Otitis externa) oder nur einen begrenzten Bereich wie bei einem Furun­kel oder Pickel.

Ursachen

Eine generalisierte Otitis externa kann durch Bakterien und gelegentlich auch Pilze hervor­gerufen werden. Menschen, die zu Allergien, Schuppenflechte, Ekzem und Dermatitis der Kopfhaut neigen, sind besonders anfällig für solche Infektionen. Häufig rufen Verletzungen oder Haarspray und Haarfärbemittel, die in den Gehörgang gelangen, eine Entzündung des äu­ßeren Gehörgangs hervor. Besonders häufig tritt diese Erkrankung während der Badesaison auf(Schwimmerohr). Ohrenpfropfen oder Hörgeräte können ebenfalls den Gehörgang reizen, vor al­lem wenn sie nicht gründlich gereinigt werden.

Entzündung des äußeren 

Gehörgangs

siehe Abbildung Seite 1245 
siehe Abbildung Seite 1238