Augenerkrankungen machen sich durch Verän­derungen des Sehvermögens, des Aussehen und der Empfindlichkeit der Augen bemerkbar. Die Symptome entwickeln sich gewöhnlich auf­grund eines Problems in den Augen selbst, doch gelegentlich können sie auch auf ein Problem an anderer Stelle, insbesondere im Gehirn, hin­weisen. Manchmal entwickeln sich Augenprob­leme im Rahmen einer Erkrankung, die meh­rere Organsysteme in Mitleidenschaft zieht.

Wer unter Augenproblemen leidet, sollte einen Augenarzt aufsuchen. Allerdings bereiten viele Augenerkrankungen im Frühstadium kaum Be­schwerden. Daher kann es ratsam sein, seine Augen regelmäßig alle ein bis zwei Jahre, bei einer Störung auch öfter, von einem Augenarzt (Ophthalmologen) untersuchen zu lassen.

Verändertes Sehvermögen

Dabei kann es sich um einen Verlust der Seh­fähigkeit oder um eine Verzerrung der Sicht handeln.

Verlust der Sehfähigkeit: Das Sehvermögen kann fast oder gänzlich fehlen. Wer sein Seh­vermögen verloren hat, sieht unter Umständen gar nichts mehr oder kann noch vage Schatten erkennen. Der Sehverlust kann Teile oder das gesamte Gesichtsfeld eines oder beider Augen betreffen; er kann vorübergehend oder von Dauer sein. Je nach Art und Geschwindigkeit kann der Betroffene das Problem sofort bemer­ken oder es bleibt eine Zeit lang unentdeckt.

Zu den häufigsten Ursachen eines vollstän­digen Sehverlusts gehören mangelnde Durch­blutung der Netzhaut, Diabetes, Sehnerverkran­kung, Glaukom und in tropischen Ländern Infektionen, wie ein Trachom.

Viele Formen von Sehverlust betreffen nur einen Teil des Gesichtsfelds. Menschen mit ge­wissen Formen von Schlaganfällen können unter Umständen auf einer Seite des Gesichtsfelds nichts sehen, auf der anderen aber ganz normal. Menschen mit einem Tumor der Hypophyse, die direkt unter dem Gehirn hinter der Sehnerven­kreuzung liegt, können möglicherweise an den

Symptome

Augenerkrankungen

KAPITEL 223

Symptome und Diagnose von

Seiten nichts erkennen, sehen aber im Zentrum normal (Tunnelblick). Vor einer Migräneattacke haben manche Menschen zeitweilig Sehausfälle. Menschen mit einer Makuladegeneration ver­lieren die Fähigkeit, Dinge zu sehen, die sie direkt anschauen, doch sie behalten ihr periphe­res Sehen (sie sehen »aus den Augenwinkeln«). Kleine, unregelmäßig geformte Flecken im Ge­sichtsfeld können auf zahlreichen Netzhautschä­den beruhen, z. B. aufgrund von Diabetes oder hohem Blutdruck (Retinopathia diabetica bzw. hypertensiva). Bleibt ein grüner Star (Glaukom) unbehandelt, kann ein Teil des peripheren Ge­sichtsfelds verloren gehen; dann entsteht ein Tunnelblick und schließlich völlige Blindheit.

Verzerrte Sicht: Das klare, scharfe Sehen wird beeinträchtigt durch Brechungsfehler, man­gelnde Tiefenschärfe, Doppeltsehen, Lichthöfe, Lichtblitze und wandernde mückenartige Fle­cke (Mouches volantes), aber auch durch Far­benfehlsichtigkeit.

Bei einem Brechungsfehler erscheinen Ob­jekte verschwommen und unscharf. Gewöhn­lich resultiert er daraus, dass die Krümmung von Hornhaut und Linse und die Länge des Aug­apfels nicht zusammenpassen. Wenn entfernte Objekte undeutlich erscheinen, ist die Person kurzsichtig (myop), sind es nahe Objekte, ist sie weitsichtig (hyperop). Etwa ab dem 50. Lebens­jahr fällt es selbst den Menschen, die bisher sehr gut sehen konnten, zunehmend schwerer, nahe Liegendes scharf zu sehen (Alterssichtig­keit, Presbyopie). Astigmatismus (Stabsichtig­keit) wird durch eine ungleichmäßige Hornhaut­bzw. Linsenkrümmung hervorgerufen und führt zu leicht verschwommener Sicht. Astigmatis­mus kann allein auftreten oder zusammen mit einem der anderen Brechungsfehler.

Um die relative Position von Gegenständen im Raum bestimmen zu können, muss man drei­dimensional sehen können. Ist das nicht gege­ben, fällt es schwer zu entscheiden, welches von zwei Objekten näher ist. Die Fähigkeit zum drei­dimensionalen Sehen geht verloren, wenn nur noch ein Auge scharf sieht – sei es, dass das an­dere blind ist, sei es, dass es einen unkorrigierten Brechungsfehler aufweist. Sie kann auch beein­trächtigt sein, wenn das Gehirn nicht in der Lage