Kapitel 237ERKRANKUNGEN DER PROSTATA1313

einen Wasserbruch vorliegt – wird der Hoden möglicherweise per Ultraschall untersucht. So lässt sich eine Infektion oder ein Tumor diagnos­tizieren.

Die meisten Wasserbrüche brauchen nicht be­handelt zu werden. Ungewöhnlich große Hydro­zelen werden jedoch manchmal operativ entfernt.

Bei einem Krampfaderbruch (Varikozele) schlängeln sich erweiterte Venen den Hoden entlang.

In den Venen befinden sich Klappen, die verhin­dern, dass das Blut zurückfließt. Fehlerhafte oder geschädigte Venenklappen können zu einem Krampfaderbruch (Varikozele) führen. Solche Krampfadern treten meist im linken Hodensack auf und bleiben meist symptomlos. Sie können aber auch Schmerzen und ein läs­tiges Spannungsgefühl hervorrufen. In aufrech­ter Position sind sie deutlich sichtbar, ver­schwinden aber gewöhnlich in Rückenlage, da dann der Blutfluss aus den Venen zurückgeht. Nur selten beeinträchtigt ein Krampfaderbruch die Fruchtbarkeit. Bei schweren Symptomen sollten die betroffenen Venen chirurgisch ent­fernt werden.

Die Vorsteherdrüse (Prostata) liegt direkt unter der Harnblase und umgibt die Harnröhre. Sie produziert die Samenflüssigkeit. Mit zuneh­mendem Alter vergrößert sich die bei jungen Männern walnussgroße Prostata.

Bei der gutartigen Prostatavergrößerung (be­nigne Prostatahyperplasie, BPH) vermehrt sich das Prostatagewebe. Das kann zu Schwierig­keiten beim Wasserlassen, letztlich bis zum Harnverhalt, führen.

Prostatavergrößerung

Krampfaderbruch

Erkrankungen der Prostata

KAPITEL 237

Eine gutartige Prostatavergrößerung kommt mit zunehmendem Alter häufiger vor, insbesondere bei Männern über 50 Jahren. Die Ursache ist nicht bekannt, wahrscheinlich spielen hormo­nelle Veränderungen eine Rolle.

Eine vergrößerte Prostata drückt allmählich die Harnröhre zusammen und blockiert den Harnabfluss (Harnobstruktion). Der Mann kann unter Umständen seine Blase nicht vollstän­dig entleeren. Der in der Blase zurückbleibende Urin kann die Entstehung von Infektionen und Harnsteinen fördern. Wird der Harnabfluss an­haltend behindert, kann das die Nieren schä­digen.

Hodenschwellung

Gründe für eine Hodenschwellung können Ho­dendrehung, Leistenbruch, Nebenhodenentzün­dung, Wasser- und Krampfaderbruch und Krebs sein.

Ein Lymphödem führt zu einer schmerzlosen Schwellung des Hodensacks. Hervorgerufen wird es meist dadurch, dass der Rückfluss von Blut oder Lymphe aus den Genitalien zurück in den Körper blockiert ist. Häufige Ursachen sind Leberzirrhose und Herzschwäche, aber auch ein Zusammendrücken von Venen im Bauch- oder Beckenraum oder von Lymphdrüsen (beispiels­weise durch einen Tumor) kommt infrage.

Mumps ist eine Virusinfektion, die vor allem bei Kindern auftritt. Erkrankt ein erwachsener Mann an Mumps, können die Hoden schmerz­haft anschwellen, später manchmal schrump­fen und ihre Funktion einstellen (Atrophie). Mumps kann die Fähigkeit der Hoden zur Sper­mienproduktion dauerhaft schädigen, führt aber gewöhnlich nicht zur völligen Unfrucht­barkeit, es sei denn, beide Hoden sind betroffen.

Ein Samenbruch (Spermatozele) bildet sich normalerweise im Bereich des Nebenhodens und enthält Sperma; in den meisten Fällen ist er schmerzlos und muss nicht behandelt werden. Vergrößert er sich oder macht er Beschwerden, wird er operativ entfernt.