Kapitel 240SYMPTOME UND DIAGNOSEN GYNÄKOLOGISCHER ERKRANKUNGEN1333

(Prolaps). Mitunter treten Schwierigkeiten beim Wasserlassen, ein Verlust der Blasen- oder Darm­kontrolle (Inkontinenz) und Schmerzen beim Verkehr auf.

Weil das Östrogen die Milchgänge nicht mehr anregt, nimmt die Brustgröße ab. Das Bindege­webe, das die Brust hält, trägt hierzu ebenfalls bei. Fettgewebe ersetzt das Fasergewebe in den Brüsten und macht sie weicher.

Erkrankungen der weiblichen Fortpflanzungs­organe, einschließlich der Brüste, werden als gynäkologische Erkrankungen bezeichnet. Mit verschiedenen Diagnoseverfahren versucht man, die Ursache von Beschwerden zu ermitteln. Au­ßerdem wird allen Frauen geraten, in regelmä­ßigen Abständen Untersuchungen zur Krank­heitsfrüherkennung durchführen zu lassen.

Zu den häufigsten Symptomen gynäkologischer Erkrankungen gehören Juckreiz der Scheide, Ausfluss, ungewöhnliche Blutungen, Unterleib- und Brustschmerzen. Die Bedeutung bestimm­ter Symptome hängt auch vom Alter der Frau ab, da altersbedingte hormonelle Veränderun­gen beteiligt sein können.

Juckreiz

Juckreiz im Bereich der Scheide kann die äuße­ren Geschlechtsorgane (Vulva) oder die Scheide selbst betreffen. Er tritt bei vielen Frauen gele­gentlich auf, ohne dass er einer Behandlung be­darf. Als problematisch gilt Juckreiz, der anhal­tend, sehr stark oder sehr häufig auftritt.

Der Juckreiz kann auf eine chemische Reizung zurückgehen, z. B. durch Wasch- oder Bleichmit­tel, Weichspüler, synthetische Fasern, Schaum- und Duschbäder, Seife, Intimsprays, Parfüm, Binden, Textilfarben, Scheidencremes und Ver­hütungsschaum. Auch eine Infektion , z. B.

gynäkologischer Erkrankungen

Symptome

Symptome und Diagnosen

Trotz dieser Veränderungen genießen viele Frauen den Sex nach den Wechseljahren. Die Eierstöcke produzieren nach den Wechseljahren weiterhin männliche Sexualhormone; diese tragen zur Aufrechterhaltung des Sexualtriebs bei. Außerdem verlangsamen sie den Verlust an Muskelgewebe und bewirken insgesamt Wohl­befinden. Viele Frauen fühlen sich befreit, dass die Empfängnisverhütung nun wegfällt.

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bakterielle Scheidenentzündung, Hefepilzbefall und Trichomonadeninfektion, kann die Ursa­che für Juckreiz im Bereich der Scheide sein. Durch hormonelle Veränderungen während der Wechseljahre kann die Scheide trocken werden, was ebenfalls zu Juckreiz führen kann. Andere Veränderungen gehen auf Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Weißfleckenkrank­heit zurück. Letztere gibt sich durch dünne wei­ße Flecken zu erkennen, die um die Scheiden­öffnung herum entstehen. Unbehandelt kann die Erkrankung zu Narbenbildung führen und das Krebsrisiko erhöhen.

Wenn der Juckreiz länger andauert oder von Ausfluss begleitet ist, der ungewöhnlich aus­sieht oder riecht, sollte die Frau einen Arzt auf­suchen.

Ausfluss

Kleine Mengen Ausfluss aus der Scheide sind normal. Er besteht aus Sekreten (Schleim), die der Gebärmutterhals, aber auch in der Scheide selbst produzieren. Normalerweise ist der Aus­fluss dünn und klar, milchig oder gelblich. Seine Menge und sein Erscheinungsbild ändern sich mit den Jahren. Gewöhnlich ist er geruchlos.

Neugeborene Mädchen haben normalerweise Ausfluss aus der Scheide, in den sich etwas Blut mischt. Dieser wird durch Östrogen bewirkt, das die Kinder vor der Geburt von der Mutter

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