Ein Myom ist ein gutartiger Tumor (kein Krebs), der aus Muskel- und Bindegewebefasern besteht.

Myome werden auch als Fibroide, Fibromyome, Fibrome, Myofibrome und Leiomyome bezeich­net. Das Gebärmuttermyom ist der häufigste gutartige Tumor der weiblichen Sexualorgane.

Die Ursache für Myome ist unbekannt, doch Östrogen regt ihr Wachstum an. Daher wer­den sie während einer Schwangerschaft häufig größer und gehen nach den Wechseljahren zu­rück. Wenn Myome zu groß werden, können sie manchmal nicht mehr ausreichend durchblutet werden und zerfallen dann.

Myome können mikroskopisch klein sein und die Größe eines Basketballs erreichen. Sie wach­sen in der Gebärmutterwand, von der Wand aus ins Innere der Gebärmutter (teilweise gestielt), unter der Gebärmutterschleimhaut und an der Außenseite der Gebärmutter. Gewöhnlich lie­gen mehrere Myome vor. Große Wucherungen in der Gebärmutterwand und unter der Schleim­haut können Form und Innenraum der Gebär­mutter verzerren.

Symptome

Die Symptome hängen von der Anzahl der Myo­me, ihrer Größe und ihrer Position in der Ge­bärmutter ab. Oft bleiben selbst große Myome symptomfrei. Andererseits können insbesonde­re große Myome in der Gebärmutterwand zu Schmerzen, Druckgefühlen und einem Schwere­gefühl im Beckenbereich führen. Myome kön­nen auf die Blase drücken, sodass die Frau häu­figer oder dringender Wasser lassen muss. Druck auf den Mastdarm führt zu Unbehagen und Ver­stopfung. Große Myome lassen den Bauch an­schwellen. Ein gestieltes Myom in der Gebär­mutter kann sich verdrehten und dann starke Schmerzen hervorrufen. Myome, die zerfal­len, verursachen gewöhnlich Druckgefühle und Schmerzen. Diese Schmerzen klingen gewöhn­lich ab, sobald der Vorgang beendet ist.

Vor allem, wenn die Myome direkt unter der Gebärmutterschleimhaut sitzen, ist die Mens­truation stärker oder dauert länger als gewöhn­lich. Durch den Blutverlust kann sich Blutarmut einstellen. Teilweise treten Zwischenblutungen, Blutungen nach dem Verkehr und in den Wech­seljahren auf. Nur selten sind Myome die Ur-

KAPITEL 244

Myome

sache für Unfruchtbarkeit, weil sie die Eileiter blockieren und die Form der Gebärmutter so verändern, dass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann.

Bislang symptomlose Myome können wäh­rend einer Schwangerschaft Schwierigkeiten bereiten. Es kann zu einer Fehlgeburt, vorzeiti­gen Wehen, einer ungewöhnlichen Lage des Kin­des vor der Geburt und übermäßigen Blutungen nach der Entbindung kommen.

Selten bilden sich in der Gebärmutter Krebs­tumoren (Sarkome) , die Myomen ähneln.

Diagnose

Myome werden häufig bei einer Unterleibun­tersuchung entdeckt und per Ultraschall, der von der Scheide aus gemacht wird, bestätigt. Um das Innere der Gebärmutter besser erken­nen zu können, kann zuvor etwas Salzlösung in sie hineingespritzt werden. Für eine Hystero­skopie wird ein biegsamer Schlauch mit einem Sichtgerät durch Scheide und Gebärmutterhals in die Gebärmutter geschoben. Die Untersu­chung findet unter örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose statt.

Behandlung

Frauen, deren Myome keine Probleme bereiten, brauchen nicht behandelt zu werden. Es genügt, regelmäßig zu kontrollieren, ob die Myome wachsen.

Wenn Blutungen oder andere Symptome stär­ker oder die Myome deutlich größer werden, kann medikamentös und chirurgisch eingegrif­fen werden.

Arzneimittel: Medikamente können die Sym­ptome lindern und die Myome vorübergehend schrumpfen lassen. Die »Pille« und Gestagen allein können manche myombedingte Blutungen abschwächen. Danazol , ein Antigonadotro­pin, kann das Wachstum von Myomen hemmen. Wenn das Mittel abgesetzt wird, kehren die Blutungsstörungen und die Schmerzen jedoch meist zurück. Bei manchen Frauen regt die Ein­nahme von Hormonpräparaten das Wachstum der Myome an.

siehe Seite 1379 
siehe Tabelle Seite 1352 
siehe Tabelle Seite 1352