Kapitel 246UNTERLEIBENTZÜNDUNG1357

Abtrocknen. Damit Keime aus Urin und Stuhl nicht in die Scheide gelangen, sollten sich Frauen nur von vorne nach hinten, nicht in umgekehr­ter Richtung, abwischen.

Lockere, saugfähige Unterwäsche aus Baum­wolle gestattet die Luftzirkulation und hält den Genitalbereich trocken. Von häufigen Scheiden­spülungen, insbesondere mit medizinischen Zu­sätzen, ist abzuraten, weil sie das saure Milieu in der Scheide verändern. Das kann Infektionen den Weg bahnen. Der Gebrauch von Kondomen schützt vor der Übertragung von Keimen beim Geschlechtsverkehr.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bis die Infektion abgeheilt ist, sollten beim Ge­schlechtsverkehr Kondome verwendet werden.

Eine bakterielle Vaginose wird mit Antibioti­ka zum Einführen in die Scheide oder zum Ein­nehmen behandelt. Bei häufigen Rückfällen müssen Antibiotika unter Umständen längere Zeit eingenommen werden. Mittel mit Milch­säurebakterien können das Scheidenmilieu an-

Unter einer Unterleibentzündung versteht man Infektionen der oberen weiblichen Geschlechts­organe .

Eine Unterleibentzündung kann den Gebär­mutterhals (Zervizitis), die Gebärmutter (Endo­metritis), die Eileiter (Salpingitis) und mitunter auch die Eierstöcke (Oophoritis) befallen.

Unterleibentzündungen treten meist bei sexu­ell aktiven Frauen im gebärfähigen Alter auf. Ein erhöhtes Risiko haben Frauen unter 24 Jahren sowie solche, die anders als mit Diaphragma oder Kondom verhüten, viele Geschlechtspartner ha­ben, an einer Geschlechtskrankheit oder bakte­rieller Vaginose leiden oder eine »Spirale« tragen.

Gewöhnlich geht die Infektion auf Bakterien zurück, die – meist während des Geschlechts­verkehrs – in die Scheide gelangen. Häufigster Erreger ist Neisseria gonorrhoeae (Gonorrhö) oder Chlamydia trachomatis (Chlamydien-

Unterleibentzündung

KAPITEL 246

säuern und das Bakterienwachstum hemmen. Bei sexuell übertragbaren Krankheiten müssen beide Partner gleichzeitig behandelt werden, um eine erneute Infektion zu vermeiden.

Hefepilzinfektionen werden mit Pilzmitteln behandelt, die üblicherweise als Zäpfchen in die Scheide eingeführt, als Creme aufgetragen oder eingenommen werden. Viele dieser Mittel sind rezeptfrei erhältlich. Die Behandlung kann als Kurzzeittherapie über ein oder drei Tage erfol­gen; bei wiederholten Pilzinfektionen wird meist eine Woche lang behandelt.

Eine Trichomoniasis wird mit Metronidazol oder Tinidazol behandelt; beide werden nur ein­mal eingenommen.

Um die Symptome zu lindern, kann die Frau eine Essigwasserspülung machen. Gegen Juck­reiz und Wundheit helfen vielleicht kalte Um­schläge oder ein Sitzbad in kühlen Wasser.

Frauen mit erhöhtem Risiko für Hefepilzin­fektionen (z. B. bei einer Immunstörung, Diabe­tes und längerer Antibiotikabehandlung) müssen unter Umständen ein Pilzmittel einnehmen, da­mit keine weiteren Infektionen aufkeimen.

Behandlung 

infektion). Beide Erkrankungen werden durch Sexualkontakt übertragen . Auch Scheiden­spülungen können Bakterien in die Scheide be­fördern. Mitunter dringen Bakterien bei einer Entbindung, einem Schwangerschaftsabbruch und einem medizinischen Eingriff (z. B. Aus­schabung) in die Scheide ein.

Unterleibentzündungen beginnen gewöhnlich in Gebärmutterhals und Gebärmutter. Meist sind beide Eileiter betroffen, allerdings können die Symptome auf einer Seite schlimmer sein. Die Eierstöcke sind nur bei einer schweren In­fektion mitbeteiligt.

Symptome

Eine Unterleibentzündung verursacht oft nur gegen Ende der Menstruation oder einige Tage

siehe Seiten 1163  und 1164