Kapitel 248SEXUELLE FUNKTIONSSTÖRUNGEN1361

Verschiedene Untersuchungen zeigen, wie gut Blase und Mastdarm funktionieren; auf dieser Grundlage wird die Behandlung vorgeschlagen.

Bei einem leichten Vorfall können Kegelübun­gen die Beckenbodenmuskulatur kräftigen. Die­se Übungen trainieren die Muskeln um Scheide, Harnröhre und Mastdarm, also die Muskulatur, mit welcher ein Urinstrahl unterbrochen wird. Diese Muskeln werden fest zusammengezogen, etwa zehn Sekunden in dieser Spannung ge­halten und anschließend etwa zehn Sekunden entspannt. Die Frau führt diese Übungen zehn­bis zwanzigmal nacheinander durch, am besten mehrmals am Tag. Kegelübungen lassen sich im Sitzen, Stehen und Liegen durchführen.

Bei einem schweren Prolaps können die Be­ckenorgane durch ein Pessar abgestützt werden. Ein solches Pessar kann wie ein Diaphragma, ein Würfel oder ein Muffin geformt sein. Pessare eignen sich besonders für Frauen, die auf einen Operationstermin warten, und für Frauen, die nicht operiert werden dürfen. Die Größe des Pessars bestimmt der Arzt individuell. Es kann mehrere Wochen an Ort und Stelle bleiben. Die Frau bekommt gezeigt, wie sie das Pessar zur

Die normale sexuelle Funktion ist ein Zusam­menspiel von Gefühlen und Gedanken und kör­perlichen Reaktionen. Sie besteht aus Begehren, Erregung, Orgasmus und Entspannung.

Begehren ist der Wunsch nach sexueller Akti­vität. Begehren kann durch Gedanken, Worte, Anblicke, Gerüche und Berührungen ausgelöst werden.

Erregung bedeutet sexuelle Anregung. Zur Er­regung gehört eine zunehmende Durchblutung der Genitalien. Bei Frauen vergrößert sich da­durch die Klitoris, die Scheidenwände schwel­len an und es werden vermehrt Scheidensekrete abgesondert.

Der Orgasmus ist der Höhepunkt der sexuel­len Erregung. Bei Frauen ziehen sich beim Or­gasmus die Muskeln rund um die Scheide rhyth-

Sexuelle Funktionsstörungen

KAPITEL 248

monatlichen Reinigung entnimmt und wieder einführt. Auf Wunsch kann dieses auch in der Arztpraxis stattfinden. Pessare können die Schei­denhaut reizen und zu übel riechendem Aus­fluss führen. Dann sollte sich die Frau mit dem Arzt in Verbindung setzen; ansonsten genügen ein bis zwei Kontrolluntersuchungen im Jahr.

Häufig ist eine Operation erforderlich, die je­doch nur bei Frauen durchgeführt wird, die si­cher keine Kinder mehr bekommen wollen. Ge­wöhnlich werden dabei Instrumente durch die Scheide eingeführt. Rund um den geschwächten Bereich wird das Gewebe gezielt aufgebaut, um zu verhindern, dass das Organ dorthin vorfällt.

Bei einem schweren Gebärmutter- oder Schei­denvorfall ist unter Umständen ein Bauch­schnitt erforderlich. Der obere Teil der Scheide wird an einen nahen Beckenknochen angenäht. Bei vorhandener oder drohender Inkontinenz kann in derselben Operation ein entsprechen­der chirurgischer Eingriff vorgenommen wer­den. Schweres Heben, längeres Stehen und alle Anstrengungen sollten nach der Operation min­destens ein Vierteljahr lang vermieden werden.

Wenn ein Darmvorfall die Darmentleerung erschwert, kann ebenfalls ein operativer Ein­griff erforderlich sein.

Behandlung

misch zusammen. Die Körperspannung steigt, die Beckenmuskeln ziehen sich zusammen.

Dem Orgasmus folgt eine Entspannungsphase, die von Wohlbefinden und Muskelentspannung gekennzeichnet ist. Viele Frauen können fast unmittelbar nach dieser Phase auf erneute Sti­mulation reagieren.

Mit sexueller Dysfunktion können Schmer­zen beim Verkehr gemeint sein und eine gestör­te sexuelle Reaktion, die sich auf Begehren, Er­regung und Orgasmus auswirkt.

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr werden als Dyspareunie bezeichnet.