Die Schwangerschaft beginnt, sobald ein Ei von einer Samenzelle befruchtet wird. Neun Mona­te lang bietet der Körper der Schwangeren eine schützende, nährende Umgebung, in welcher sich das befruchtete Ei zum Fetus entwickeln kann. Die Schwangerschaft endet mit der Ge­burt des Kindes.

Wenn die regelmäßige Menstruation einer Frau mindestens eine Woche ausgeblieben ist, kann sich die Frage stellen, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist. Mitunter registriert die Frau schon sehr früh Anzeichen wie vergrößerte, empfindliche Brüste, Übelkeit mit gelegentli­chem Erbrechen, häufigen Harndrang, auffälli­ge Müdigkeit und Appetitveränderungen.

Bereits im Frühstadium lässt sich eine Schwangerschaft mit einem Test feststellen, den man selbst zu Hause durchführen kann. Dieser reagiert auf humanes Choriongonado­tropin (HCG) im Urin, ein Hormon, das von der Plazenta produziert wird.

Ärztlicherseits kann eine Schwangerschaft aus einer Urinprobe nachgewiesen werden. Die­ser Test ist sehr zuverlässig; er weist schnell und einfach einen geringen Anteil humanes Choriongonadotropin im Urin nach. Möglicher­weise reagiert er bereits zehn Tage nach der Be­fruchtung, also vor dem Ausbleiben der Mens­truation.

Während der ersten 60 Tage einer Schwanger­schaft verdoppelt sich der Spiegel des humanen Choriongonadotropins im Blut etwa alle zwei Tage. Wenn dieser Spiegel genau bestimmt wird, kann das etwas über den Fortgang der Schwan­gerschaft aussagen.

Die Dauer der Schwangerschaft wird rück­wirkend von der letzten Periode aus berechnet. Als Beginn wird der erste Tag der letzten Perio­de angenommen. Der ungefähre Geburtstermin ergibt sich, wenn man von diesem Tag aus drei Monate zurückgeht und anschließend ein Jahr und sieben Tage hinzuaddiert. Doch höchstens zehn Prozent der Kinder kommen an dem so errechneten Termin zur Welt. Die restlichen Kindern werden innerhalb von zwei Wochen vorher oder danach geboren.

Feststellung und Datierung der

Schwangerschaft

KAPITEL 255

Schwangerschaft

Gewöhnlich findet der Eisprung etwa zwei Wochen nach Einsetzen der Periode statt, und die Befruchtung geschieht kurz nach dem Ei­sprung. Damit ist der Embryo etwa zwei Wochen jünger als es die jeweilige Schwangerschaftswo­che angibt. Eine Frau in der vierten Schwanger­schaftswoche trägt also einen zwei Wochen alten Embryo in sich. Bei Frauen mit unregel­mäßiger Periode kann die tatsächliche Differenz mehr oder weniger als zwei Wochen betragen. Eine Schwangerschaft dauert durchschnittlich 266 Tage (38 Wochen) ab dem Tag der Befruch­tung bzw. 280 Tage (40 Wochen) ab dem ersten Tag der letzten Periode, wenn die Frau einen regelmäßigen Zyklus von 28 Tagen hatte. Die Schwangerschaft wird in drei Abschnitte von drei Monaten unterteilt, die mit dem Tag der letzten Periode beginnen: Das erste Drittel dauert von der 0. bis 12. Schwangerschaftswoche, das zweite von der 13. bis 24. Woche, das letzte Drittel von der 25. Woche bis zur Geburt.

Bei der ersten Ultraschalluntersuchung, die im Rahmen der Schwangerenvorsorge durch­geführt wird, wird das Schwangerschaftsalter noch einmal anhand der Länge des Embryos be­stimmt.

Befruchtung

Normalerweise setzen die Eierstöcke in jedem Zyklus etwa 14 Tage vor der nächsten Blutung ein Ei frei. Dieser Vorgang heißt Eisprung (Ovu­lation). Das Ei wandert zunächst in das fächer­förmige Ende des Eileiters.

Zum Zeitpunkt des Eisprungs wird der Schleim im Gebärmutterhals flüssiger und elas­tischer, sodass die Samenzellen in die Gebär­mutter vordringen können. Von dort wandern sie ans Ende des Eileiters – dem üblichen Ort der Befruchtung. Zellen, die den Eileiter aus­kleiden, erleichtern die Befruchtung.

Das Ei ist befruchtet, sobald eine Samenzelle in die Eizelle eindringt. Das befruchtete Ei (Zy­gote) wird von feinen, haarartigen Zilien ent-

Entwicklungsstadien

Mit der Befruchtung beginnt ein Ablauf ver­schiedener Entwicklungsstadien. Das Ei wird zunächst zur Blastozyste, dann zum Embryo, später zum Fetus.