Kapitel 260WOCHENBETT1447

entbindung durchgeführt. Die Zange kann Quet­schungen am Gesicht des Kindes und Risse in der Scheide der Frau verursachen.

Anstelle der Zange kann auch eine Saugglocke die Entbindung erleichtern. Sie besteht aus einer kleinen, gummiartigen Schale, in der ein Vaku­um erzeugt werden kann. Der Arzt führt sie in die Scheide ein und befestigt sie am Kopf des Kindes. Manchmal verursacht der Sog einem Bluterguss an der Kopfhaut.

Bei einem Kaiserschnitt wird das Kind geholt, nachdem Bauchdecke und Gebärmutter der Frau mit einem Schnitt eröffnet wurden. Diese Ope­ration wird durchgeführt, wenn sie für die Sicher­heit von Mutter oder Kind oder beiden erfor­derlich ist.

Für einen Kaiserschnitt setzt der Arzt einen Schnitt im oberen oder unteren Bereich der Ge­bärmutter. Bevorzugt wird der tiefe Schnitt, da es im unteren Bereich der Gebärmutter weniger Blutgefäße gibt, der Blutverlust also geringer ist. Zudem verheilt die Narbe besser, sodass sie bei nachfolgenden Geburten nicht so leicht auf­reißt. Ein tiefer Schnitt kann horizontal oder

Nach der Entbindung treten bei der Frau be­stimmte Symptome auf, die gewöhnlich nur vorübergehend leichte Beschwerden verursa­chen. Zu Komplikationen kommt es selten. Dennoch sind regelmäßige Arztvisiten, Hebam­menbesuche und Nachsorgeuntersuchungen sinnvoll. Die häufigsten Komplikationen sind starke Blutungen , Blasen-, Nieren- und Brust­entzündungen, Stillprobleme und Depressio­nen. Blutungen können nicht nur bald nach der Entbindung, sondern noch bis zu einen Monat danach auftreten.

Unmittelbar nach der Geburt des Kindes wird die Mutter überwacht. Arzt und Hebamme sind darum bemüht, das Blutungs- und Infektions­risiko so gering wie möglich zu halten. Nach­dem die Plazenta ausgestoßen wurde, kann der Bauch der Frau massiert werden, damit sich die Gebärmutter besser zusammenzieht. Wenn nötig, erhält die Frau Oxytozin, um die Nach­wehen anzuregen. Dazu wird nach der Geburt für eine bis zwei Stunden eine Infusion angelegt oder die Frau erhält das Medikament mittels Nasenspray. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Gebärmutter sich gut zusammenzieht und auch in dieser Lage bleibt. So kann starken Blutungen vorgebeugt werden.

Abläufe im Krankenhaus

Das Wochenbett umfasst die sechs bis acht Wochen nach der Geburt, in dem der Körper der Frau sich allmählich wieder regeneriert.

Wochenbett

vertikal angesetzt werden. Ein hoher Schnitt wird gewählt, wenn die Plazenta den Mutter­mund überlagert, bei einer Querlage des Kindes oder wenn das Kind noch sehr unreif ist.

Nach einer tiefen Schnittentbindung haben Frauen bei nachfolgenden Geburten gewöhn­lich die Wahl zwischen einer vaginalen Geburt und einem erneuten Kaiserschnitt. Drei Viertel dieser Frauen können erfolgreich vaginal ent­binden. Allerdings sollten diese Frauen in einer Klinik gebären, wo im Zweifelsfall doch ein Kaiserschnitt durchgeführt werden kann, weil immer eine gewisse Gefahr besteht, dass der frühere Schnitt während der Wehen aufreißt.

Um eine Lungenembolie zu vermeiden, bei der Blutgerinnsel aus Beinen oder Becken Arte­rien in der Lunge blockieren, sollte die Frau schon bald nach der Operation aufstehen und ein paar Schritte gehen. Im Vergleich zur vagi­nalen Geburt verursacht ein Kaiserschnitt mehr körperliche Schmerzen. Außerdem verlängert die Operation den Klinikaufenthalt und die Re­konvaleszenzzeit.

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