Kapitel 267VERHALTENS- UND ENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN1519

gungen des Kindes orientieren. Der Entwick­lung vieler Kinder tut die Teilnahme an einem Mannschaftssport oder das Erlernen eines Mu­sikinstruments sehr gut. Diese Tätigkeiten för­dern auch die sozialen Fähigkeiten. Auf der an­deren Seite haben manche Kinder bereits einen derart vollen Terminkalender, dass sie sich ein­fach überfordert fühlen. Wichtig ist, das Kind in seinen außerschulischen Aktivitäten zu fördern und zu stützen, ohne unrealistische Erwartun­gen in es zu setzen.

Die Früherkennungsuntersuchungen für den Alterszeitraum zwischen dem zweiten und sechs­ten Lebensjahr setzen neben der Untersuchung der körperlichen Entwicklung noch andere Schwerpunkte.

Bei der U7, die zwischen dem 21. und 24. Le­bensmonat stattfindet, nehmen die Themen so­zialer Kontakt, Sprachentwicklung, Fein- und Grobmotorik einen besonderen Raum ein.

Manche Fähigkeiten, die Kinder im Laufe ihrer Entwicklung erwerben, wie die Kontrolle über Harn- und Stuhlabgabe, hängen in erster Linie vom Reifegrad des kindlichen Nervensystems und Gehirns ab. Andere, wie angemessenes Verhalten zu Hause und in der Schule, sind das Ergebnis eines komplizierten Wechselspiels zwischen der körperlichen und intellektuellen (kognitiven) Entwicklung des Kindes, seiner gesundheitlichen Verfassung, seines Tempera­ments und der Beziehung zu den Eltern, Leh­rern und anderen Bezugspersonen.

Wenn Verhaltens- und Entwicklungsstörun­gen auftreten, können sie, wie z. B. Bettnässen, vorübergehend sein. Sie können aber auch so stark ausgeprägt sein, dass sie die Beziehung zwi­schen dem Kind und anderen Menschen stören

U7, U8 und U9

Verhaltens- und Entwicklungs-

störungen

KAPITEL 267

Die U8 im vierten Lebensjahr fällt in den Be­ginn der Kindergartenzeit. Hier wird gefragt, wie sich das Kind im Kindergarten zurecht­findet und mit anderen Kindern spielt. Im Vor­dergrund dieser Untersuchung stehen die Beurteilung der geistigen Reife, sozialen Kon­taktfähigkeit, Sprache und körperlichen Ge­schicklichkeit. Auch die Prüfung der Sinnesor­gane mit Hör- und Sehtests wird durchgeführt.

Die U9, die mit fünf bis fünfeinhalb Jahren stattfindet, ist die letzte Früherkennungsunter­suchung vor der Einschulung. Wie bei der U8 werden Grob- und Feinmotorik, geistige und so­ziale Fähigkeiten, Sprachentwicklung sowie Seh- und Hörvermögen überprüft. Häufig wird auch über die zu erwartende Schulfähigkeit und die Entwicklung im Kindergarten gesprochen. Dar­über hinaus erhalten die Eltern Empfehlungen über die zur Zeit der Einschulung empfohlenen Impfungen .

Die Früherkennungsuntersuchungen geben den Eltern die Möglichkeit, spezielle Probleme wie Bettnässen, Schlafstörungen, Verhaltens- und Entwicklungsstörungen beim Arzt anzu­sprechen.

Früherkennungsuntersuchungen: 

und erschweren. Dazu gehören beispielsweise Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörun­gen (ADHD).

Die meisten der in diesem Kapitel beschrie­benen Probleme entstehen daraus, dass die Kin­der schlechte Angewohnheiten, die für diesen Entwicklungsabschnitt normal sind, zur Ge­wohnheit werden lassen. Ziel der Behandlung ist es, das Kind dazu zu bringen, sein Verhalten zu ändern und die schlechte Angewohnheit abzu­legen. Dieses Ziel erfordert oft auch eine dauer­hafte Verhaltensänderung bei den Eltern, was sich dann wiederum auf eine Verhaltensverbes­serung des Kindes auswirkt.

siehe Kasten Seite 1466