Kapitel 275AUGENERKRANKUNGEN1579

Die meisten Halsschwellungen verursachen keine Symptome und beunruhigen oft die Eltern mehr als die Kinder selbst. Entzündete Lymph­knoten oder Zysten können jedoch druckemp­findlich und schmerzhaft sein.

Da die meisten Halsschwellungen durch Vi­rusinfektionen verursacht sind und sich ohne Behandlung zurückbilden, ist in der Regel kei­ne weitere diagnostische Abklärung nötig – es sei denn, die Schwellung bleibt mehrere Wo­chen lang bestehen. Um eine bakterielle Infek­tion auszuschließen, kann ein Rachenabstrich gemacht werden. Es kann das Blut untersucht werden, um Erkrankungen, wie das Pfeiffer­sche Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose), Leukämie, Schilddrüsenüberfunktion und Ge­rinnungsstörungen, auszuschließen. Mit einer Röntgenuntersuchung und Computertomogra­phie lässt sich feststellen, ob es sich bei der Schwellung um einen Tumor oder eine Zyste handelt, wie groß sie genau ist und wohin sie sich ausdehnt. Ein Hauttest gibt Aufschluss darüber, ob eine Tuberkulose vorliegt. Eine Ge­webeprobe kann einen bösartigen Tumor nach­weisen.

Die Behandlung von Halsschwellungen hängt von der jeweiligen Ursache ab. Mit Antibiotika werden Lymphadenitis und andere bakterielle Infektionen behandelt. Halsschwellungen auf­grund einer Virusinfektion oder einer Verlet­zung bilden sich mit der Zeit von allein zurück.

Eine funktionell bedingte Schwachsichtigkeit (Amblyopie) entsteht dadurch, dass das Gehirn das Bild eines Auges unterdrückt.

Eine Amblyopie wird meist durch eine Funkti­onsstörung des Gehirns und nicht des Auges verursacht. Sie tritt nur im Kindesalter auf und ist die häufigste Ursache für eine Sehschwäche.

Schwachsichtigkeit

Selten kommt ein Kind schon mit einer Augen­erkrankung zur Welt. Meist handelt es sich dann um einen grünen (Glaukom) oder grauen Star (Katarakt). Brechungsfehler, wie Kurz- und Weitsichtigkeit und Hornhautkrümmung (Astig­matismus), kommen auch schon bei Kindern vor; sie werden aber meist erst im Erwachsenen­alter behandlungsbedürftig. Bestimmte Augen­erkrankungen gibt es bei Kindern oft, dazu zählt das Schielen. Sowohl Brechungsfehler als auch Schielen können eine Schwachsichtigkeit ver­ursachen (Amblyopie).

Augenerkrankungen 

KAPITEL 275

Tumoren und Zysten müssen im Allgemeinen operativ entfernt werden.

Kehlkopfpapillome werden durch das humane Papillomavirus verursacht. Grundsätzlich kön­nen sie in jedem Alter auftreten, am häufigsten betroffen sind jedoch Kinder zwischen einem und vier Jahren. Der Verdacht auf ein Kehlkopf­papillom besteht, wenn das Kind heiser ist oder sich seine Stimme anderweitig verändert hat. Papillome kehren häufig zurück und können sich in Luftröhre und Lunge ausdehnen und die Atemwege verlegen. Kehlkopfpapillome werden nur selten bösartig.

Die Diagnose wird nach einem Blick durch das Laryngoskop in den Kehlkopf gestellt und durch eine Gewebeprobe aus dem Papillom be­stätigt. Papillome, die schnell wiederkehren und sich über den Kehlkopf hinaus ausdehnen, wer­den medikamentös behandelt. Ansonsten erfolgt die Behandlung meist operativ.

Meistens müssen die Eingriffe wiederholt werden, weil die Papillome immer wiederkeh­ren. Mit der Pubertät verschwinden einige Pa­pillome von selbst.

Kehlkopfpapillom

Hierbei handelt es sich um seltene gutartige Wucherungen im Kehlkopf.

siehe Tabelle Seite 1485