Kapitel 294HÖHENKRANKHEIT1659

Viele Taucher halten sich nicht nur an die Dekompressionstabellen und an die Computer­richtlinien zum Auftauchen, sondern legen zu­sätzlich in etwa fünf Meter Tiefe eine Sicher­heitspause von einigen Minuten ein.

Doch selbst wenn man sich strikt an die Richt­linien hält, ist damit die Gefahr einer Dekom­pressionskrankheit doch nicht komplett gebannt. Etwa die Hälfte aller Dekompressionskrank­heiten treten nach No-stop-Dekompressions­tauchgängen auf, und diese Ereignisse werden trotz des mittlerweile weit verbreiteten Ge­brauchs von Tauchcomputern nicht weniger.

Darüber hinaus sind weitere Vorsichtsmaß­nahmen erforderlich. So wird nach mehrtägi­gem Tauchen beispielsweise empfohlen, zu-

Die Höhenkrankheit wird durch die in großer Höhe verminderte Sauerstoffversorgung ver­ursacht.

Mit zunehmender Höhe nimmt der atmosphä­rische Druck ab, und die dünner werdende Luft enthält weniger Sauerstoff. So enthält beispiels­weise die Luft in Denver (etwa 1600 Meter Hö­he) im Vergleich zu der auf Meereshöhe 20 Pro­zent weniger Sauerstoff, die Luft in Aspen, Colorado (etwa 2 500 Meter Höhe), etwa 25 Pro­zent weniger und die Luft auf dem Gipfel des Mount Everest (fast 9 000 Meter Höhe) etwa 66 Prozent weniger Sauerstoff.

Zur Höhenkrankheit kommt es, wenn durch den Sauerstoffmangel in großer Höhe die Flüs­sigkeit im Blut aus den kleinen Blutgefäßen, den Kapillaren, in das umliegende Gewebe aus­tritt und Schwellungen verursacht (Ödeme). Wie sich die Höhenkrankheit auswirkt, hängt in erster Linie von ihrem Schweregrad ab und da­von, wo sich die Flüssigkeit im Körper ansam­melt. Ein leichtes Gehirnödem verursacht die akute Höhenkrankheit, ein schwereres das Hö­henhirnödem. Durch eine Flüssigkeitsansamm­lung in der Lunge entsteht das Höhenlungen­ödem, in den Händen, Füßen und im Gesicht das Höhenödem.

Höhenkrankheit

nächst zwölf bis 24 Stunden in Höhe des Was­serspiegels zu verbringen und erst danach höher gelegene Orte aufzusuchen oder eine Flugreise anzutreten. Taucher, die sich von einer leichten Dekompressionskrankheit komplett erholt ha­ben, sollten mindestens zwei Wochen auf das Tauchen verzichten. Wer trotz aller Vorsicht eine Dekompressionskrankheit entwickelt hat, sollte sich zuerst gründlich auf eine etwaige Grunderkrankung wie einen Herzfehler hin untersuchen lassen, bevor er wieder taucht.

Die 24-Stunden-Hotline der DAN (Divers Alert Network) Zentrale Deutschland (Tel.: 0431 5409-0) gibt Informationen zu Tauchunfäl­len und Tauchsicherheit.

KAPITEL 294

Die Höhenkrankheit ist häufig bei Menschen, die in große Höhen reisen bzw. aufsteigen. Wie schwer die Erkrankung ist, hängt von der Höhe ab und von der Geschwindigkeit, in der man dorthin aufsteigt. So entwickeln die meisten Menschen, die innerhalb von ein bis zwei Tagen auf über 2 000 Meter aufsteigen, ein Höhen­ödem. Eine akute Höhenkrankheit entwickelt sich bei zehn Prozent der Menschen, die zu schnell auf über 2 500 Meter aufsteigen, bei 25 Prozent der Menschen in über 2 700 Meter Höhe und bei fast der Hälfte der Menschen in über 4 300 Meter. Das Höhenlungen- und das Höhenhirnödem entwickeln sich selten in Hö­hen unter 3 000 Meter.

Menschen, die normalerweise auf Meeres­spiegelniveau oder in sehr geringer Höhe leben, sind besonders anfällig für die Höhenkrankheit. Dasselbe gilt für Menschen, die sich kurz nach dem Aufstieg körperlich stark anstrengen. Pa­tienten mit bestimmten Lungenerkrankungen (z. B. chronisch obstruktive Lungenerkrankung), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Angina pec­toris, Herzinsuffizienz und periphere Gefäßer­krankung) und Bluterkrankungen (z. B. Sichel­zellenanämie und Hämoglobin-SC-Krankheit) können in großer Höhe besondere Probleme be­kommen. Asthma scheint sich in großer Höhe