Kapitel 296BISSE UND STICHE1667

ptomen. Pralidoxim, ebenfalls injiziert, kann die Wiederherstellung der Nervenfunktion be­schleunigen. Gegen die Symptome einer Carba­matvergiftung hilft Atropin ebenfalls, Pralido­xim jedoch meist nicht. Die Symptome einer Pyrethrumeinnahme klingen ohne Behandlung von selbst ab.

Mit Eisenpräparaten werden bestimmte For­men von Blutarmut behandelt. Darüber hinaus ist Eisen ein Bestandteil vieler Multivitamin­präparate. Eine Überdosierung reiner Eisenprä­parate kann eine Eisenvergiftung zur Folge haben. Das kommt jedoch selten vor.

Eisenvergiftungen verursachen Reizungen im Magen-Darm-Trakt. Innerhalb von Stunden vergiftet das überschüssige Eisen die Zellen und stört die chemischen Reaktionen im Zellinnern. Innerhalb von Tagen kann sich eine Leberschä­digung entwickeln. Wochen später kann es in Magen, Verdauungstrakt und in der Leber auf­grund der vorausgehenden Reizung zur Narben­bildung kommen.

Symptome

Eine schwere Eisenvergiftung verursacht meist innerhalb von sechs Stunden Symptome. Diese verlaufen gewöhnlich in vier Stadien. Im Stadi­um I (innerhalb von sechs Stunden nach der Über­dosierung) kommt es zu Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Benommenheit und Schwin­del, Bewusstlosigkeit und Krampfanfällen. Auch Magenblutungen sind möglich. Bei sehr schwe-

Viele Lebewesen beißen, wenn sie sich fürchten oder erregt werden. Bisse können oberflächliche Schürfwunden verursachen, aber auch großflä­chige Wunden; sie infizieren sich oft mit Bak­terien aus dem Mund des Angreifers.

Nicht nur Tiere sind beißende Lebewesen, auch der Mensch gehört dazu, der mit Absicht oder aus Wut zubeißt.

Bisse und Stiche

KAPITEL 296

rer Vergiftung können sich schnelle Atmung, beschleunigte Herzfrequenz und ein niedriger Blutdruck entwickeln. Im Stadium II (acht bis 24 Stunden nach der Überdosierung) scheint sich der Zustand des Betroffenen zu bessern. In Stadium III (sechs bis 48 Stunden nach der Überdosierung) können ein extremer Blutdruck­abfall (Schock), Blutungen, Gelbsucht, Leber­versagen, Krampfanfälle, Verwirrtheit und Koma folgen. Der Blutzuckerspiegel sinkt. In Stadi­um IV (zwei bis sechs Wochen nach der Über­dosierung) kann es durch einengende Narben zum Magen- und Darmverschluss kommen. Narben in anderen Organen können krampf­artige Bauchschmerzen und Erbrechen verursa­chen. Eine schwere Narbenbildung der Leber (Zirrhose ) kann sich später entwickeln.

Eisenvergiftung

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose der Eisenvergiftung stützt sich auf die Krankengeschichte, die Symptome und die Eisenkonzentration im Blut.

Liegen Symptome oder eine hohe Eisenkon­zentration im Blut vor, muss im Krankenhaus behandelt werden. Um das im Magen verbliebe­ne Eisen zu entfernen, kann eine Magenspülung notwendig werden. Trotzdem kann noch viel Eisen im Magen zurückbleiben. Dann können Magen und Darm mit einer so genannten or­thograden Darmspülung vom Eisen befreit wer­den, bei der der Patient eine Salzlösung trinken muss oder über eine Magensonde erhält. Die Wirksamkeit dieser Behandlung ist jedoch un­gewiss. Ferner kann Deferoxamin als Gegen­mittel gegeben werden, das das Eisen im Blut bindet.

Verschiedene Tiere, wie Schlangen, Kugel­fische und Skorpione, können über einen Gift­zahn oder Stachel Gift in ihr Opfer hineinsprit­zen. Dessen Gefährlichkeit kann von leicht bis lebensbedrohlich reichen.

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